Haus besetzt, Haus besprochen

Foto: dpa Vor dem so genannten Visa-Untersuchungsausschuss des Bundestages wird gerade Bundesaußenminister Joschka Fischer vernommen.
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Illustration: Julia Schubert

Foto: dpa Vor dem so genannten Visa-Untersuchungsausschuss des Bundestages wird gerade Bundesaußenminister Joschka Fischer vernommen. Nach einer kurzen Vorstellung („Ich heiße Josef Martin Fischer, genannt Joschka“) setzt Fischer zu einer ausführlichen Verteidigungsrede an. Dabei tritt er souverän auf, spricht ruhig und selbstbewusst. Als er nach einer knappen halben Stunde von einer Konferenz in seinem Haus, dem Auswärten Amt, spricht, unterläuft ihm ein Versprecher: Statt Hausbesprechung sagt Fischer Hausbesetzung. Im Ausschuss wird gelacht. Warum? Eine Begriffsklärung. Hausbesprechung: Laut Spiegel (vom 14.3.2005) berief Fischer am 23. November 1999 um 14.30 Uhr im Auswärtigen Amt eine Hausbesprechung ein, um über die Visapraxis zu reden. In dieser Hausbesprechung soll der Erlaß konzipiert worden sein, der als Volmer- oder Fischer-Erlaß nun im Mittelpunkt des Untersuchungsausschusses steht – weil er zu einer offenen Visa-Vergabe führte. Hausbesetzung: Im Soziologen-Lexikon kann man lernen: Hausbesetzung ist die „Inbesitznahme eines leerstehenden und oft zum Abriß oder zur Komfortrenovierung vorgesehenen Hauses, meistens mit dem Ziel, Wohnraum vorerst ohne Mietzahlung für zahlungsschwache Mieter zu erhalten“. Die Münchner Abendzeitung ergänzt: „Die große Zeit der Hausbesetzer ist lange vorbei. In den 70er Jahren sorgte die Szene von Hamburg über Berlin bis München in vielen deutschen Städten für Schlagzeilen, ebbte in den 80ern dann stark ab.“ Aktiv war die so genannte Hausbesetzer-Szene auch in Frankfurt am Main, wo damals Joschka Fischer lebte. Mehr über die aktuellen Ereignisse vor dem Visa-Untersuchungsausschuss gibt es auf sueddeutsche.de

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