"Have a great day, peace!"

Am vergangenen Sonntag ist der südafrikanische DJ und Künstler Leon Botha an den Folgen seiner Krankheit Progeria gestorben. Bekannt wurde er in Deutschland durch die Band "Die Antwoord".
uli-schuster

Botha erlag den Folgen seiner schweren Krankheit Progerie, die den Alterungsprozess des Körpers beschleunigt. Mit 26 Jahren war er einer der ältesten Menschen, die unter Progerie litten. Bekannt geworden war Botha außerhalb Südafrikas vor allem durch die Band "Die Antwoord".

Die südafrikanische Band „Die Antwoord“, die sich einmal selbst als „letztes verficktes Kunstwerk“ bezeichnete, sorgte im vergangenen Jahr für Furore mit ihren trashigen aber irgendwie kunstvollen Musikvideos und dem korrespondierenden skurrilen Sound. Sie kreierten eine eigene Musikrichtung names „Zef“ (Afrikaans für „Hinterwäldler“) und beschreiben ihren eigenen Style als „futuristic rap-rave“. Scheinbar aus dem Nichts tauchten die Südafrikaner im Frühjahr des vergangenen Jahres im www auf und generierten allein mit ihrem Video „Enter the Ninja“ zwei Millionen Youtube-Klicks. Es wurde viel diskutiert in der Musikszene und viele Gerüchte hielten sich hartnäckig: Nur ein Marketing-Gag oder tatsächlich „The Next Level Shit“? Real oder Fake? jetzt.de berichtete.




In seinen E-Mails an Blogger Xeni Jardin äußert sich Leon Botha gesellschaftskritisch und selbstreflektierend. Obwohl er sich seines bald bevorstehenden Todes durchaus bewusst war, entwickelte er eine große Hingabe und Leidenschaft für die Kunst und das Leben an sich. Es wirkt, als ob ihn seine Musik und seine Malerei so lange am Leben hielten. „He transformed that awareness into a sort of mindfulness of how vast and awesome life is.“

Botha wollte nie auf seine körperliche Erscheinung reduziert werden. Er äußerte sich unter anderem kritisch und ein wenig bestürzt über Einträge bei Wikipedia, wo er nur in Zusammenhang mit seiner Krankheit und „Die Antwoord“ wird er erwähnt - obwohl er schon lange vor seiner Karriere mit „Die Antwoord“ erfolgreich als Musiker, Maler und Denker bekannt war. "I was a bit paranoid that my art wouldn't be in there, in case something happened to me“.

"I am trying to work and focus, not letting the outer world speak more loudly than my inner. Because I think we tend to forget. Have a great day, peace.“
Mit diesen Worten verabschiedete er sich in seiner letzten Mail von Jardin. Zum Glück können wir seiner inneren Stimme noch lange bei youtube lauschen.

http://www.youtube.com/watch?v=bfeqw5cI108

  • teilen
  • schließen