Hurra! Es ist Sommer, die überflüssigen Trends blühen! - 11. August 2003

jetzt.
christoph-koch
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

jetzt.de Neben Wasserpfeifen der zweite nervige Hype in diesem Sommer: Metrosexuelle. Überall ist von dieser neuen Spezies zu lesen, es geht um "neue" Jungs und Männer, die lachsrosa Hemden tragen, viel Geld für Kosmetik und Kleidung ausgeben und keine Angst haben, als feminin oder schwul zu gelten. Auslöser ist eine etwas dubiose Marktforschung einer New Yorker Werbefirma, die Panorama- und Gesellschaftsseiten werden seither nicht müde zu berichten, dass Gesichtsmasken nicht nur für Frauen und Nasenhaarentferner nicht nur für Schwule sind. Das Lustige ist, dass das alles nicht nur wahnsinnig uninteressant ist, sondern auch ein alter Hut: Der neue, softe, sensible Mann wird nämlich ungefähr alle paar Jahre aufs Neue ausgerufen, selbst der Begriff "Metrosexual" hat einen – Verzeihung! – Bart. Den Begriff prägte der Journalist, Buchautor und "schwule Antichrist" (Vogue) Mark Simpson bereits 1996 in seinem Buch "It's A Queer World". Vor zwei Jahren zeigte dann die BBC eine Dokumentation über Beckham, den "Metrosexual". Also alle wieder abregen und fleißig nach neuen Trends suchen. Wir halten fest: Wer als Mann Magazine wie "Home" und "InStyle" liest, ist kein Metrosexual – sondern ein Trottel. Wer als Mann Wert auf seine Kleidung und Körperpflege legt, ist kein Metrosexual – sondern vernünftig. Und ein lachsrosa Hemd hat ja mittlerweile wohl wirklich jeder Kirmesschläger im Schrank.

  • teilen
  • schließen