Ick bin ain Äss-Äm-Ässer

Berlin ist SMS-Hauptstadt. 80 Prozent aller Berliner Handybesitzer verschicken Kurzmitteilungen mit ihrem Handy. Damit liegt die Hauptstadt weit über dem Bundesdurchschnitt. Das ergab eine vom Mobilfunk Service Provider Talkline und TNS Infratest durchgeführte repräsentative Umfrage. Zeit für . . .
christoph-koch
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Illustration: Julia Schubert

Illustration: daniela-pass 15 arrogante Gründe aus München, warum Berliner so viele SMS-Nachrichten schreiben: 1. Weil die billigen Altbauwohnungen so riesig sind, dass es einfacher ist, seine Mitbewohner durch SMS zu orten, als in alle Zimmer zu gucken. 2. Weil Berliner sich nachts nie entscheiden können, ob sie ins Watergate oder ins F.U.N. gehen, texten sie die ganze Nacht hin und her, wer wo ist, wie es dort gerade ist und wann sie vermutlich wohin weiterziehen. Am Ende landen alle im 103-Club und schicken SMS zwischen den Stockwerken hin und her. 3. Weil Berliner ihren Bekannten aus anderen Städten häufig per SMS versichern müssen, dass man ins Watergate oder F.U.N. natürlich längst nicht mehr geht. 4. Weil Berliner keine Jobs haben und deshalb auf teure „Anrufe in fremde Netze“ verzichten müssen. 5. Weil man in Berlin ständig mit einem Top-Politiker an der Ampel steht und das der Verwandtschaft Zuhause im Hunsrück schnell und praktisch mitteilen kann: „Gysi wirkt im Fernsehen echt mal deutlich größer“. 6. Weil Berlin so groß ist, dass die Schnüre zwischen den Konservendosen immer reißen. 7. Um sich über die Hundescheiße überall aufzuregen. 8. Weil in Berlin so viel passiert – vor allem im kreativen Bereich – dass man einander ständig was mitzuteilen hat (i.e. Eröffnung illegaler Kellerrestaurants und neuer IKEA-Märkte) 9. Da Berlin auch Scheidungshauptstadt ist, folgt die hohe SMS-Quote automatisch: Da die geschiedenen Paare nicht mehr miteinander reden, aber trotzdem noch klären müssen, wer am Wochenende mit den Kindern an den Wannsee fährt. 10. Weil es im Winter durch die russischen Taigawinde so kalt ist, dass das Handy beim Telefonieren am Ohr festfrieren würde. 11. Um auch Mitmenschen, die sich nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung befinden, barsch und unfreundlich anzuraunzen. 12. Weil die Berliner dem Babysitter mitteilen müssen, dass sie sich in diesem wahnsinnig netten Schokoladen am Helmholtzplatz verquatscht haben und deswegen erst etwas später zurückkommen. 13. Weil die T9-Worterkennung jetzt endlich auch neue Wörter lernt und deshalb auch „haick“ und „weeßickdoch“ versteht. 14. Um sich zeitnah über die neue Frisurenmode von Hertha-Spieler Marcelinho auszutauschen. Obwohl man sich im Grunde nicht für Fußball interessiert. 15. Um rumzufragen, wer noch ein plus Eins für die Berlinale-Party heute Abend übrig hat.

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