Irak sucht den Superstar

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www.cia.gov Mit der neuen Verfassung ist es immer noch nichts geworden, der Strom funktioniert auch nicht regelmäßig - aber wenn er mal da ist, können die Bewohner des Irak immerhin ein neues westliches Fernsehformat gucken: "Iraq Star". Die Sendung basiert auf dem bewährten Prinzip von "Pop Idol" (das hierzulande unter demTitel "Deutschland sucht den Superstar" zu sehen war) und wird im Irak wöchentlich von rund 50 Prozent aller Fernsehzuschauer verfolgt. Die Jury ist dabei deutlich strenger als Bohlen, Bug und der ganze Rest - so wurde beispielsweise der Sänger eines Liedes über einen toten Vogel gerügt, weil er einen grammatikalischen Fehler im Text gemacht hatte. Als Favorit gilt ein 12-jähriger Junge aus Mosul namens Bilal, der einen selbstkomponierten Song vortrug, in dem er von der Zerstörung des Irak sang. Während des Lieds brach der Junge in Tränen aus, am Ende des Vortrags, weinte die gesamte Jury. Über 2000 junge Irakis hatten sich zum Casting des Satellitensenders al-Sumeria gemeldet, der das Spektakel veranstaltet. Nur eine Handvoll Frauen traut sich im konservativ-islamistischen Klima an dem Wettbewerb teilzunehmen. Die Vorsicht ist begründet: Das Apartment der 34-jährigen Sängerin Nada wurde nach ihrem Auftritt verwüstet, Strom und Wasser von ihrem Vermieter abgestellt.

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