Johnny Cash

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The Million Dollar Quartett Johnny Cash hatte seine ersten Auftritte als Musiker während seiner Armee-Zeit in Landsberg mit der Band The Landsberg Barbarian. 1954, aus der Armee entlassen, zog er nach Memphis mit dem festen Ziel, Musiker zu werden. Johnny tat sich mit den beiden Musikern Luther Perkins und Marshall Grant zusammen - der Beginn von Johnny Cash and the Tennessee Two. In dieser Besetzung machten sie erste Probe-Aufnahmen bei Sam Phillips, dem Besitzer von SUN-Records und möglicherweise genialsten Produzenten seiner Zeit: Viele bezeichnen ihn als den Erfinder des Rock’n’Roll und alle, die später zu den ganz Großen im Rock’n’Roll oder Blues gehörten, hatten bei ihm angefangen: Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Ike Turner, Charlie Rich und natürlich Elvis Presley. Von Johnny Cash sagt man, wie von vielen anderen Musikern auch, dass er immer nur so gut war wie sein Produzent. Mit Sam Phillips entwickelte die Band den typischen "Boom Chicka Boom"-Sound, der zur Erkennungsmelodie der Band wurde. Anspieltips: Get Rythm, I Walk The Line und natürlich Folsom Prison Blues mit der legendären Zeile I shot a man in Reno – just to watch him die. Legendär und hörenswert ist auch das Million Dollar Quartet, die Aufnahmen einer spontanen Jam-Session von Carl Perkins, Jerry Lee Lewis, Elvis Presley und Johnny Cash.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

The Carter Family Konzert-Reisen in den 50er Jahren glichen eher Klassenfahrten. Die Künstler waren in Gruppen unterwegs und Cash war oft wochenlang mit Elvis, Carl Perkins oder George Jones in einem nicht allzu geräumigen Cadillac von Stadt zu Stadt auf Achse. Fast von Beginn an immer mit dabei war auch June Carter, die Tochter von Mother Maybelle Carter, die mit ihrer Cousine Sara und deren Ehemann A.P. Carter die Carter Family gründete. Die Carter Family waren so etwas wie die Royals der Folkszene, ihre ersten Aufnahmen machten sie bereits 1927 und ihre Songs wie „Keep on the sunny side“ gehören zum amerikanischen Volksgut. Johnny und June waren beide verheiratet, als sie sich ineinander verliebten. Nach einer langen Zeit der „wilden Ehe“ (in der konservativen Country-Szene eine Ungeheuerlichkeit) heirateten die beiden 1968. June half Johnny bei seinem Kampf gegen die Drogen und bekehrte ihn. Sie waren beide "Born Again Christians" - Wiedergeborene Christen. June Carter stand immer im Schatten ihres Mannes. Kurz vor ihrem Tod 2003 nahm sie das großartige Album "Wildwood Flowers" auf, auf dem sie von unzähligen Familienmitgliedern begleitet wurde.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Die Sprösslinge Johnny Cash war in erster Ehe mit Vivian verheiratet, die beiden hatten vier Töchter: Rosanne, Kathy, Cindy und Tara. Rosanne, die bereits als Kind bei den Shows ihres Vaters auftrat, ist als einzige der Schwestern heute als Musikerin erfolgreich. Seit den 80er Jahren veröffentlicht sie vor allem Country-Rock-Platten und hatte insgesamt 11 Nummer-Eins-Hits. Ihr aktuelles Album "Black Cadillac" ist im Januar erschienen. June Carters Töchter Carlene Carter (aus erster Ehe mit Carl Smith) und Roseanne Nix Adams (aus der zweiten Ehe mit dem Polizisten Edwin Nix) wurden beide Musikerinnen mit eher bescheidenem Erfolg. John C. Cash, das einzig gemeinsame Kind von Johnny und June ist – nach einer eher schwachen Platte – heute vor allem als Produzent tätig. Er ist auch Produzent des Films Walk The Line.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

The Highwaymen Bis zum Beginn der 80er Jahre ging es den etablierten Country-Musikern hervorragend. Sie hatten ein ausgesprochen treues Publikum, gute Plattenverträge und mehr als genug zu tun. Das änderte sich Mitte des Jahrzehnts. Die Nashville-Produzenten wollten an den Pop-Markt anschließen und ein neues Publikum für die Country-Musik gewinnen. Ihre Idee: den Sound mehrfach weichspülen und Abziehbilder mit Stetson-Hut auf die Bühne stellen. Das nannte man dann "Corporate Country" und Vertreter dieser Sparte sind unter anderem Billy Ray Cyrus, Shania Twain oder Garth Brooks. Die alten Helden verloren zum Teil ihre Plattenverträge oder wurden von ihren Plattenfirmen in die Mottenkiste gepackt. Auch Johnny Cash, dem unbestritten größten Star, den die Country-Szene jemals hervorgebracht hatte, erging es nicht anders. In dieser Situation schlossen sich 1985 die vier größten Outlaws Waylon Jennings, Willie Nelson, Kris Kristofferson und Johnny Cash zu The Highwaymen zusammen. Gemeinsam nahmen sie drei Platten auf und gingen weltweit auf Tournee – mit überwältigendem Erfolg.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

American Recordings Sein letztes und größtes Comeback hatte Cash 1994 mit der Platte "American Recordings". Rick Rubin, zuvor als Hip-Hop- und Hardcore-Produzent berüchtigt, war auf ihn zugetreten und hatte ihm angeboten, gemeinsam aufzunehmen. Cash war zunächst irritiert vom waldschratig aussehenden Rubin, als der ihm aber vorschlug, nur ihn mit der Gitarre aufzunehmen, war er begeistert: Das war einer seiner langgehegten Träume, seine früheren Plattenbosse hatten die Idee aber immer zu abwegig gefunden. Mit "American Recordings" und dem Video zu “Delia”, in dem Cash eine fahle Kate Moss ermordete, war Cash auf einen Schlag wieder da. Zusammen mit Rubin erreichte er das, woran die Produzenten in Nashville vergeblich herumdoktorten: Country war cool geworden. Sein erstes Konzert mit neuen Songs gab Cash im legendären Viper Club in Hollywood. Auch die weiteren Alben "Unchained", "Solitary Man", "The Man Comes Around " und die nahezu unerschwingliche Box "Unearthed" wurden von den Fans begeistert angenommen. Am 12. September 2003 starb Johnny Cash, vier Monate nach dem plötzlichen Tod seiner Frau und mitten in den Aufnahmen zu einem fünften "American Recordings"-Album. Hier kannst du den musikalischen Stammbaum von Johnny Cash genauer betrachten. Und hier kannst du dir Trailer von Walk The Line ansehen.

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