K-Fed spielt mit dem Feuer und Paris is gleich ganz Burning

Wer etwas auf sich hält, trägt in der Frühjahrs-Saison nicht nur Miniatur-Hunde im Louis Vuitton-Täschchen spazieren, sondern auch eine noch nicht fertig produzierte Platte, über die man trotzdem schon viel erzählt.
christina-waechter

Kevin Federline zum Beispiel. Der ehemalige Background-Tänzer und jetzt hauptberuflich Mr. Britney Spears gibt sich seit der Geburt des gemeinsamen Sohnes Sean Preston nicht mehr zufrieden mit seiner Rolle als Gatte, Partyboy und Abziehbild für Wifebeater-tragende Nichtsnutze. Deshalb hat er sich ins Studio zurückgezogen und ein bisschen am Heimcomputer gebastelt. Herausgekommen ist dabei ein HipHop-Album, mit dem er groß rauskommen will.

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Illustration: Julia Schubert

Der erste Track „Popozao“, den er ohne Plattenfirma im Internet veröffentlichte, ist beim Publikum allerdings dermaßen durchgefallen, dass man schon fast wieder Mitleid mit Federline haben könnte. Wenn er denn nicht gleich darauf wieder groß herumtönen würde: „Mein Album wird die Discos auf der ganzen Welt in Brand setzen. Die Inspiration und Bedeutung hinter dem Titel „Playing with Fire“ ist selbsterklärend.“ Mittlerweile hat sich „Popozao“ im Netz zu einem geflügelten Wort entwickelt. Egal, ob man eine besonders tolle oder besonders ärgerliche Angelegenheit beschreiben möchte, alles ist „Popozao“. Nun kann man sich einen zweiten Track ebenfalls anhören. In dem setzt er sich mit all den „Haters and Bitches“ (der Regenbogenpresse) auseinander, die Schlechtes über ihn verbreiten: „Paparazzi two words: Fuck You” und, ähnlich kreativ das Ende: “Fuck the media” Obwohl er bisher eigentlich immer sehr stolz auf seine Coolness im Umgang mit Kritik war: „Wenn du mich nicht magst – hey cool. Alles im Leben ist fifty-fifty. Ich akzeptiere das Gute, das Schlechte und geh einfach darüber hinweg.“ Aber scheinbar hat sich da doch ein bisschen Wut aufgestaut über all die unfairen Schlagzeilen. Bei einer geplanten Clubtour, die ihn (der Mann – man hat es mittlerweile begriffen – ist nicht bescheiden) auch in die Hot Spots von Las Vegas, Los Angeles und New York bringen sollen, wird K-Fed, so sein Künstlername, nicht selbst auftreten, sondern den DJs seine CD reichen. Und dann mal schauen, wie es dem werten Publikum auf dem brennenden Tanzboden so gefällt. Auf Federlines Myspace-Seite kannst du dir schon mal zwei der Tracks anhören.

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Illustration: Julia Schubert

Auch Hotelerbin und Geschmacksvernichterin Paris Hilton kündigt seit langem eine Platte an. Das wundert zwar ein bisschen, angesichts ihres dünnen Stimmchens, aber da sich Hilton ja alles kaufen kann, wird diese Platte vermutlich nicht ganz so unterirdisch, wie man vermuten könnte. Zuletzt haben die Oscar-Gewinner „Three 6 Mafia“ ihre Hilfe bei der Produktion des Albums zugesagt. Ebenso wie Li'l Jon, JC Chasez, angeblich die super-Feministinnen von „Le Tigre“, und ihr ehemaliger Liebhaber Nick Carter. Schon 2004 hatte Hilton die Öffentlichkeit auf ihre Sangeskarriere aufmerksam gemacht, als ein öffentlich ausgetragener Streit mit der gleichsam eher spärlich begabten Haylie Duff (berühmt für ihre kleine Schwester Hilary) über den Song „Screwed“ entbrannte. Den hatten nämlich beide aufgenommen und jeweils behauptet, das Exklusiv-Recht läge bei ihnen. Von dem Song hat man nie mehr etwas gehört, aber Hilton ist mit ihrer Strategie weiter auf Erfolgskurs. Das Album, das – benannt nach einem Drag-Film, einem New-York-Dolls-Album oder den Unruhen im letzten Jahr - angeblich „Paris is Burning“ heißen sollte, wird nun bei Amazon.com mit dem etwas faderen, aber in heutigen Zeiten politisch korrekteren Titel “Turn it on” für den 9. Mai angekündigt. Wir übergeben freuen uns jetzt schon! Fotos: AP; AFP

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