Klage nicht über, klage gegen WM-Tickets

Gerade spaltet sich die Redaktion in zwei Lager: diejenigen, die ganz zufrieden sind mit der Situation der WM-Karten – und diejenigen, die keine bekommen haben.
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Illustration: Julia Schubert

Gerade spaltet sich die Redaktion in zwei Lager: diejenigen, die ganz zufrieden sind mit der Situation der WM-Karten – und diejenigen, die keine bekommen haben. Die Mehrzahl der Redakteure gehört im Gegensatz zu einem lieben Kollegen, dessen Namen man nicht nennen darf, weil er dann unsittliche Angebote für seine zwei (!) mal drei (!!) WM-Karten bekommt, zu den armen Menschen, die keine bekommen haben. Aber Hoffnung, die haben wir alle wieder: Am Donnerstag wird vor dem Landgericht Frankfurt am Main eine Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gegen den DFB verhandelt. Der Vorwurf: Die geltenden Verkaufsbedingungen der Tickets sind unzulässig. Die Klage der Verbraucherzentralen richtet sich besonders gegen die sogenannten „Optionstickets“: Dabei müssen die Fans, die ein Ticket wollen, den Preis dafür schon vorab bezahlen – obwohl sie noch gar nicht wissen, ob sie überhaupt eines bekommen. Selbst wenn sie keines bekommen, wird eine Servicegebühr fällig, das vorgeschossene Geld bekommt man aber erst vier Wochen nach der WM zurück. Viele Fans finden, das sei eine Schweinerei. Otto Graf Lambsdorff von der FDP, der sich als Abgeordneter des Europarlaments gegen die Vergabepraxis stark gemacht hat, drückt sich da nobler aus: „Es kann nicht sein, dass die Fans dem Veranstalter ein zinsloses Darlehen gewähren, ohne zu wissen, ob sie dafür einen Gegenwert erhalten“, sagte er. „Das ist eine Abzocke der Fans.“ Inzwischen hat die Europäische Kommission angekündigt, die Verkaufspraxis der Tickets untersuchen zu wollen. Es könnte sein, dass sie gegen EU-Recht verstößt. Es könnte also auch sein, dass wir arme Menschen vielleicht noch Chancen auf Karten haben. Super. (Foto: ap)

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