Koopa: Ohne Platte und Vertrag in die Charts

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Allein durch die Download-Verkäufe ihrer Single „Blag, Steal & Borrow“ schafften sie es bei der Veröffentlichung der neuen Charts am Sonntag auf Platz 31. Damit ist das Punkrock-Trio, das musikalisch an Greenday und Blink 182 erinnert, die erste ungesignte Band, die von den neuen britischen Chartsregelungen profitierte. Das Video: Blag, Steal & Borrow

Hintergrund: Zum Jahreswechsel hatte die Official UK Charts Company die größte Reform der Singlecharts seit ihrem Bestehen 1952 verkündet. Seitdem wird jeder Song, der legal im Internet herunter geladen wird, in den britischen Singlecharts gezählt – unabhängig davon, ob man die Single dann auch im Plattenladen kaufen kann oder nicht. Zwar wurden Downloads von Internetseiten schon seit April 2005 zu den Charts dazugezählt, nachdem die Verkaufszahlen von Singles dramatische eingebrochen waren (mit nur 23.000 verkauften Exemplaren schaffte es der schwedische DJ Eric Prydzr im Oktober 2004 mit so wenigen Verkäufen wie nie zuvor auf Platz 1 der Singlecharts), aber die Single musste in der Woche drauf auch auf regulär CD erscheinen. So schaffte es letzten Sommer „Crazy“ von Gnarls Barkley als erste reine Download-Single auf Platz 1 der Charts.

Die Band: Freut sich natürlich über den Erfolg: „Fantastisch, dass eine Band wie wir es gemeinsam Stars wie U2 und Razorlight in die Top 30 schafft “, sagt Manager Gary Raymond. Sänger und Bassist Joe Murphy fügt hinzu: „Mit den neuen Regeln gibt es Hoffnung für einzigartige Talente. Man muss sich nicht mehr dem Diktat der Plattenfirmen unterwerfen. Man kann einen Song veröffentlichen und wenn du eine große Fangemeinde hast und die Leute das Lied kaufen, bist du in den Charts - das ist großartig.“ Allerdings sei es harte Arbeit, die Fans dazu zu bringen, Songs auch wirklich zu kaufen. „Aber wir haben uns gut platziert, etwa in MySpace und haben im Internet gut für uns Werbung gemacht", so Murphy. Überschattet wird der Erfolg von Koopa vom plötzlichen Tod des Vaters der Bandmitglieder Ollie (Gitarre und Gesang) and Stuart (Schlagzeug) Cooper. Er war ein Förderer der Band und hatte 20.000 Pfund in sie investiert. Joe, Ollie und Stuart spielen schon zusammen, seit sie zwölf Jahre alt sind. Koopa existiert mittlerweile seit mehr als sieben Jahren in unterschiedlichen Besetzungen. In den letzten drei Jahren spielten sie über 500 Live-Auftritte. Seitdem die ersten Meldungen vom Erfolg der Band die Runde machten, haben sich wohl auch schon erste Plattenfirmen bei ihnen gemeldet. Die Band ist reagiert aber eher zurückhaltend: "Es könnte der Beginn einer guten Karriere werden. Wenn jemand kommt und uns ein Angebot macht, dann werden wir darüber reden. Es stellt sich allerdings die Frage, ob wir es wirklich brauchen. Wenn wir es aus eigener Kraft in die Top 40 geschafft haben, wofür benötigen wir dann ein großes Label? Wahrscheinlich brauchen wir sie jetzt gar nicht mehr. Der Charteinstieg öffnet ausreichend Möglichkeiten." Die Musik: “More British Bulldog Charisma than Wayne Rooney”, schrieb ein Englisches Musikmagazin über die Band. Richtige britische Jungs also und selbstredend natürlich Fußball-Fans. Zur Fußball-WM schrieben sie eine eigene Hymne, Stand Up 4 England, aber auch für ihren Verein

standen Koopa schon auf. Stand Up 4 England:

Sie selber sagen von sich: „Wir sind durch und durch Englisch und haben keine Angst in unserem einzigartigen Essex-Akzent zu singen und typisch englische Dinge in ihren Texten zu würdigen wie die berüchtigten Essex-Mädchen. Hier kann man sich weitere Songs der Band anhören, auch frühe Stücke Foto: koopatheband.com

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