Kunst kommt von... wem?

Haus der Kunst und artfacts.
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Illustration: Julia Schubert

Haus der Kunst und artfacts.net Dass Musiker sich bei den Ideen anderer Musiker bedienen und damit anerkannte Erfolge feiern, ist nichts Neues. Seltener geschieht dies in der Kunst, vor allem in der zeitgenössischen Malerei, wo man sich schwer tut, überhaupt zwei ähnliche Stilausprägungen zu finden. Umso seltsamer ist es, wenn in Deutschland zwei junge, aufstrebende Maler ohne offiziellen Bezug zueinander sehr ähnliche Werke abliefern. Links eines der Hauptwerke des gefeierten Münchner Hype-Malers Florian Süßmayr (42), der im letzten Jahr von der Kunstwelt entdeckt und über Nacht mit Ausstellungen im Haus der Kunst und Lenbachhaus zum hoch dotierten Malerstar avancierte. Das rechte Bild stammt aus den Pinseln von Robert Klümpen (32) aus Düsseldorf, der eine klassische Akademieausbildung (Klasse Dieter Krieg) absolvierte und diesjähriger Preisträger des Villa-Romana-Stipendiums ist. Klümpen wird schon seit Jahren von Galerien und Ausstellungen gezeigt, sein Bild „o.T. (Kneipe)“ ist mit dem Erscheinungsjahr 2002 versehen. Süßmayr hat sein „Zur neuen Post, Duisburg“ mit 2000 signiert. Hat also Klümpen bei Süßmayr abgeschaut?Unwahrscheinlich, da Süßmayrs Werke ja erst seit kurzer Zeit ausgestellt werden. Hat sich Süßmayr seine Motivideen bei Klümpen geholt und die Jahreszahlen durcheinander gebracht? Das wäre ein schlimmer Vorwurf. Vermutlich nur ein schöner Zufall - gäbe es nicht im Vergleich der beiden Werke immer wieder erstaunliche Ähnlichkeiten, was Szeneausschnitt und Motiv angeht. Was ist da los?

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