Leicht schwule Pop-News

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Kele Okereke, der Frontmann von Bloc Party hat sich kurz vor der Veröffentlichung der zweiten Platte „A Weekend In The City“ ein bisschen geoutet

Er entspricht so überhaupt nicht dem gängigen Bild des typischen Indie-Musikers. Der ist fast ausschließlich weiß, männlich heterosexuell und der Mittelschicht zugehörig. Kele ist zwar jung und männlich, aber nicht mehr. Der Sohn nigerianischer Einwanderer wuchs in Essex auf und er ist – das hat er jetzt in einem Interview mit dem Guardian gesagt, schwul. War noch während der ersten Platte seine sexuelle Orientierung nur im Subtext zu erahnen, sind auf der aktuellen Platte zwei sehr explizite Songs zu finden: "I Still Remeber", das von einer Schuljungen-Verliebtheit handelt, und "Kreuzberg", in dem er über schwule Promiskuität singt. Und er weiß, dass er jetzt vermutlich über seine Sexualität sprechen muss. "Beim ersten Album war es nicht nötig und ich wollte das auch nicht. Aber mit den Songs auf dem neuen Album ist es anderes. Also werde ich darüber sprechen." Während er sich noch bei seinem ersten Album hinter Abstraktionen versteckt habe, hat sich bei "A Weekend In The City" seine Einstellung völlig geändert: "Wenn man etwas zu sagen hat, sollte das auch von jedem verstanden werden können." Was da auf ihn zukommt, kann er momentan nur vermuten. Und vielleicht ist er deshalb in einem zweiten Gespräch mit dem Guardian-Autor auch wieder zurück gerudert. Er sei nicht schwul, seine Sexualität sei keine klar definierbare Angelegenheit. McLean glaubt, dass Kele erst jetzt die Auswirkungen seines halbes Outing auf ihn, die Band und seine Familie erahnt. Und dass er eine sehr gut nachvollziehbare Angst vor den Reaktionen einer heterosexuell ausgerichteten Öffentlichkeit haben könnte. Das neue Album "A Weekend In The City" von Bloc Party erscheint voraussichtlich am 2. Februar in Deutschland. Bild1: rtr Schlager ist kein Schweinestall Dass Morrissey schwul sei, kann man so wirklich nicht sagen. Er ist vielleicht bi oder auch asexuell und das muss jedem gestandenen Mozzer-Fan eigentlich vollkommen egal sein.

Allerdings: Morrissey mag den Schlagerwettbewerb Eurovision Song Contest – und liefert bald womöglich auch postmodernen Sülzeskeptikern einen Anlass, sich die Marathonsendung anzusehen. Denn in diesem Jahr, so lässt die britische Sendeanstalt BBC verlauten, wird der Großmeister des Geistespop womöglich als Kandidat für England antreten- oder zumindest den Song komponieren. Im letzten Jahr war England auf dem fünften Platz von unten gelandet, mit einer bizarren, K-Fed-ähnlichen Rap-Kombo. Morrissey dagegen: Perfekt in seinem Pathos und stilsicher mit fünf Sternchen könnte die ganze Angelegenheit auf eine neue Stufe erheben. Er sei „horrified“ gewesen, als England 2006 verlor, sagt er und habe sich gewundert, warum ihn niemand gefragt hätte. Allein das Video zu seiner Single „You have killed me“, war eigentlich schon die ideale Empfehlung für einen Auftritt in der Schlagersendung: Darin stand Morrissey mit seiner Kombo auf einer kleinen, runden Bühne, ließ Streicher aus dem Playback kommen und badete im rot-lilafarbenen Sechzigerjahrelicht. Man weiß nicht, ob man ihm böse sein soll, oder sich freuen, dass er tatsächlich in den Schlagerzirkus einsteigen will. Aber angucken wird man es sich auf jeden Fall. meredith-haaf Bild: rtr

  • teilen
  • schließen