Lexikon des Lebens: Das Borat-ABC

Nächsten Donnerstag kommt Ali G. als Borat ins Kino. Lerne den Kasachischen Charakter kennen - von A bis Z. Mit Bildergalerie seiner Lieblings-Geste
daniel-ronel

Er ist der zweitbeste Fernsehreporter Kasachstans, gibt als Hobbies unter anderem Ping-Pong und Disco-Tanz an und ist äußerlich am schlecht sitzenden Anzug und dem Oberlippenbart zu erkennen. Hinter der Witz- und Kunstfigur Borat Sagdiyev steht Komiker und „Ali G.“-Darsteller Sacha Baron Cohen – der derzeit schlaueste Comedian.

Sacha Baron Cohen, alias Borat, bei der Filmpremiere seines Films in London, Foto: AP Der 35-jährige Cohen stammt aus noblen britischen Kreisen und studierte an der Elite-Universität Cambridge Geschichte. In der Rolle von Borat gibt er den osteuropäischen Hinterwäldler, der im Auftrag der Kasachen in die „USandA“ reist, um den Lifestyle der Amerikaner zu studieren und in die Heimat zu importieren. Obwohl er sich auf seinem Roadtrip durch die Staaten durchwegs sexistisch, rassistisch und unverschämt aufführt – so mancher Ami überbietet ihn noch um Längen! Am 2. November kommt „Borat“ ins Kino, als Mischung aus Komödie und Dokumentarfilm. Der Film ist grotesk, entlarvend und hochkomisch. Zur Vorbereitung hier das A bis Z des Lebens von Borat - und eine jetzt.de-Bildergalerie zu seiner Lieblingsgeste. Ausdruck von Freude sind für Borat die Ausrufe „Wa-wa-wee-wa!“, „Nice!“ und „High Five!“. Beruf: Journalist. Zuvor arbeitete er als Eismacher, „Zigeunerfänger“ und Tier-„Entsamer“: „Für ein Kamel brauche ich sieben Minuten.“ Deutsche Frauen sind ihm lieber als kasachische. Weil sie „mehr Haare auf dem Kopf als auf der Brust“ haben und ihre Zähne „nur im Mundinneren“ wachsen. Allerdings wirken sie nicht stark genug, um „einen Pflug zu ziehen“ oder „ein Pferd in den Schlaf zu schlagen“. Seine Eltern: Asimbala Sagdiyev und Boltok, the Vergewaltiger. Frauen spielen eine wichtige Rolle in Borats Leben. Seine Traumfrau ist Pamela Anderson. Trotzdem überrascht ihn, was Frauen in Amerika alles erlaubt ist: „Eine Frau ein Auto fahren lassen ist wie einen Affen den Steuerknüppel eines Flugzeugs zu geben – sehr gefährlich.“ Borats Großfamilie besteht aus den Söhnen Huey Lewis (12), Bilak (11) und Biram (11). Er hat sieben Enkelkinder und seine Schwester ist die „viertbeste Prostituierte in ganz Kasachstan“. Sein Bruder Bilo ist „zurückgeblieben“, hat „einen kleinen Kopf aber starke Hände und 200 Zähne.“ Seine Mutter ist die älteste Frau Kasachstans: Sie ist 46, „ich liebe sie“. Mehr über Borats Hobbies, erschossene Indianer und Michael Jackson in den Buchstaben H bis Z auf der folgenden Seite.


Hobbies: Neben Ping-Pong und Disco-Tanz, „unwissende Frauen auf der Toilette fotografieren“. Außerdem: Trampolin, Hundeschießen, Sonnenbaden, Sex. Indianer schießen ist ein weiteres Hobby. Jagshamesh“ und „jenqui“ heißen bei Borat so viel wie „Hallo“ und „Auf Wiedersehen“. Kasachstan, Borats Heimatland. Die drei wichtigsten Exportartikel sind Kalium, Äpfel „und Schamhaare“. Kasachstan hat eine Fernsehkamera und die ist „für die nächsten 18 Monate“ ausgeliehen.

Michael Jackson Fan Borat bei der Pressekonferenz zu seinem Film in Köln, Foto: Ronel Lieblingslied: „Beat it“, „der neue Song“ von Michael Jackson. Momentane Nummer eins der kasachischen Hitparade ist „Candle in the wind“, aber auch „der singende Transvestit“ Madonna ist sehr beliebt. Männer mag Borat. Er wrestelt sie gerne nackt im Hotelzimmer und küsst sie zur Begrüßung. Manchmal auch im Lendenbereich. Name: Borat Sagdiyev. Beim diesjährigen Freddie Mercury-Ähnlichkeitswettbewerb in Almaty, der einstigen Hauptstadt Kasachstans, belegte er unter 760.000 Bewerbern Platz 15. Oxana Sagdiyev war Borats erste Ehefrau. Sie war die Tochter von Mariam Tulyakbay und Boltok, dem Vergewaltiger. Ein Jäger, der sie für einen Bären hielt, erschoss sie allerdings im Wald. Prominent ist er auch. Aktuell belegt er Platz vier der berühmtesten Personen Kasachstans. Knapp hinter der ehemaligen Sowjet-Turnerin Leni Ukmarkan, die heute als Schlangenmensch im Staatszirkus arbeitet. Auf Platz zwei: Kasachstans Staatspräsident Nursultan Nasarbajew. Und unangefochtene Nummer eins ist Tier-Schauspieler „Johnny, der Affe“: „Er zieht sich an wie Humphrey Bogart und raucht Zigarette.“ Rituale sind wichtig in Kasachstan. Deshalb steigen einmal im Jahr eine Million Schäfer von den Bergen herab, um sich auf einem Feld zu versammeln und mit „gegorenem Pferde-Urin“ zu betrinken. Sie buddeln ein Loch, das sie „mit Hunden und Usbeken füllen“ und bewerfen sie für zwei Tage mit Kartoffeln. Dann kämmen sie sich gegenseitig die Haare und steigen wieder zurück in die Berge. Sexy Time!“, Borats liebster Zeitvertreib. Tenge ist die Landeswährung Kasachstans. Für 20 Tenge kann man im neu errichtenen „Almaty-Versehrten-Zentrum“ die „seltsamsten“ Bewohner von einer „Public-Viewing“-Tribüne aus bestaunen. Für 40 Tenge kann man Kartoffeln „runterschmeißen“. Usbekistan ist Kasachstans unliebsamer Nachbar – „Die haben Knochen in der Mitte ihrer Gehirne.“ Sollten sie ihre „Propaganda“ nicht einstellen und weiterhin behaupten, dass in Kasachstan nicht die Todesstrafe auf das Backen von Bagels steht, „bleibt uns keine andere Wahl, als ihre Städte mit unseren Katapulten zu bombardieren“. Vereinigte Staaten von Amerika. Borat mag vor allem das Essen dort. Die Filiale einer Fastfood-Kette empfand er als „sehr fein“ und „la-la-la“, weil es einen eigenen Raum gab, um „Toilette zu machen“. Er aß 17 Hamburger und danach hing sein Hintern herunter „wie der Mund eines müden Hundes“. Wohn- und Geburtsort: Kuczek, unweit der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Almaty. Zivilisiert geht es zu in Kasachstan. Spätestens seit der „Tuljaki Reform von 2003“. Seither ist es Frauen erlaubt, auch „im Inneren eines Busses zu reisen“ und Homosexuelle müssen nicht länger „blaue Hüte“ tragen. Du möchtest Borat schon heute sehen? Dann schau dir unsere Borat-Bildergalerie an - und achte bitte besonders auf seine Lieblingsgeste. Wie sie geht, siehst du auf der nächsten Seite.


Borat am 12. Oktober in Amsterdam. Um seinen Film in Holland zu vermarkten, ließ er sich dort in seiner neon-farbenden Badehose ablichten - den linken Daumen hat er schon fröhlich in die Luft gestreckt (Foto: Afp). Dass er auch den rechten Daumen gerne streckt, siehst du auf der nächsten Seite.


Rechts den Daumen strecken, links den Comedy-Preis einstecken. Borat bei der Verleihung des "Deutschen Comedy Preises" am 10. Oktober in Köln. (Foto: ddp) Aber selbstverständlich kann Borat auch beide Daumen gleichzeitig in die Höhe strecken. Beweis gefällig? Auf der nächsten Seite.


Nee, das ist noch nicht ganz richtig. Das ist nur der rechte Daumen, Borat. Gibt es von der britischen Filmpremiere am Leicester Square in London kein Bild, wo beide Daumen zu sehen sind? Doch - auf der nächsten Seite.


Sehr gut, ein strahlender Borat und zwei fröhliche Daumen. So geht Sacha Baron Cohen gerade durch die Welt. Auf diesem Bild in London - auf dem nächsten in Hollywood.


Für die Premiere in Los Angeles hatte sich Borat eine Klavier-Krawatte umgehängt (Foto: AP). Seine Lieblingsgeste hatte er auch dabei. Damit aber nicht genug. Er steckte damit sogar die Umstehenden an. Bild-Beweis auf der nächsten Seite.


Der US-Comedian Andy Dick versuchte sich bei der Borat-Premiere In L.A. als Aushilfs-Kassache (Foto: afp): mit ausgestreckten Daumen. Das ging natürlich voll daneben. Denn richtige Daumen-Fotos gehen ganz anders - nämlich so: siehe nächste Seite.


Als Sacha mit seinem kasachischen Dienstwagen zur Premiere in L.A. kam, konnte er es gar nicht erwarten, seine Daumen zu strekcne (Foto: reuters), er grinste bereits vorher fröhlich durchs Autofenster. Doch auf Dauer nervt diese Geste natürlich auch - deshalb trug man Borat schließlich weg. Aber auch dabei lies er sich seine gute Laune nicht nehmen. Schaus dir an auf der nächsten Seite.


Außer Borat waren bei der Premiere in L.A. noch weitere Landsleute des Kasachen zugegen. Hier wird Borat von einer Statistin weggetragen (Foto: reuters). Doch auch jenseits vom Jetset findet Borat Verwenung für seine Lieblings-Geste. Das Abschlußbild unserer Serie beweist es.


Filmszene aus dem Borat-Film, der ab 2. November in den deutschen Kinos läuft.

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