Mit Blaulicht und Sirene

Was passiert wohl bei der Polizei-WM 2006? Eine Antwort in fünf Disziplinen
durs-wacker

Weil die Welt im Sommer zu Gast bei Freunden ist, begrüßt sie ein Löwe im Leibchen, dessen bester Freund ein sprechender Fußball mit dem Namen „Pille“ ist.

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Illustration: Julia Schubert

Was soll man da noch sagen? Das hier vielleicht: „Die beiden sind ein ungleiches Paar, denn Pille ist eine freche Plaudertasche, die ihr Herz auf der Zunge trägt. Das gemeinsame Interesse am Fußball, und die Vorfreude auf die „größte Party der Welt“ (Goleo VI [hierbei handelt es sich um das Maskottchen der WM 2006, Anm. d. Red.]) macht die beiden unzertrennlich.“ So die FIFA im Wortlaut. Wer meinte, mit dem Löwen Goleo VI und dem offiziellen WM-Logo die dunkle Seite des Designs schon zu kennen, hat sich getäuscht. Jetzt nämlich hat die deutsche Polizei ein Logo für das Großereignis vorgestellt, auf das sie sich im Sommer freut – die „Polizei WM 2006“.

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Illustration: Julia Schubert

Dahinter verbirgt sich scheinbar der kameradschaftliche Wettstreit aller Polizeien der Erde – die Weltmeisterschaft der Freunde und Helfer also. Wahrscheinlich werden die Sicherheitskräfte in einem „harten, aber fairen“ Wettkampf gegeneinander antreten. Unbestätigten Gerüchten zufolge stehen bereits folgende Wettkämpfe fest: 1. Aufruhr-Niederschlagen

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Königsdisziplin ist wie eh und je das Niederschlagen von Aufruhr, das in den Kategorien „Deeskalation“ und „Vollkontakt“ durchgeführt wird. Obiges Bild zeigt die türkische Nationalmannschaft (traditionell in grauen Gasmasken an weißen Helmen) beim Training. Otto Schily, der ehemalige Bundestrainer der Nationalmannschaft (unten), rechnet den türkischen Kader angesichts der großen Konkurrenz von Einheiten aus dem Nahen Osten und Nordkorea jedoch nicht zum Kreis der Favoriten – wollte eine Überraschung aber nicht ausschließen (Schily: „Wichtig is auffm Platz.“)

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Der Ex-Nationaltrainer zeigte sich erleichtert, dass die Weltpolizeiverband Anträge autoritärer Staaten, die in vergangener Zeit beliebte Kategorie „Niederkartätschen“ wieder einzuführen, aus Gründen des Fair-Plays ablehnte. 2. SEK-Polonäse

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Von allen Fans mit Freude erwartet wird die Disziplin der Sondereinsatzkommando-Polonäse. Die Disziplin – einst eingeführt, um gegen den manchmal zu martialischen Eindruck vorzugehen, den SEKs auf unbescholtene Bürger haben – zeichnet sich durch die freundschaftliche Begegnung von Spezialeinsatzkräften aus. Hier ist die deutsche Nationalmannschaft zu sehen, wie sie die komplizierten Choreographie von Heckler&Koch-Maschinenpistolen mit dem Absingen von „Hier fliegen gleich/ die Löcher aus dem Käse“ übt.

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Illustration: Julia Schubert

Und auf diesem Bild: der Titelverteidiger – die Nationalmannschaft Kolumbiens (hier bei der Choreographie zum Smash-Hit „Macarena“) 3. Mit Blaulicht und Sirene

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Illustration: Julia Schubert

Nachdem sich die Wettrennen mit herkömmlichen Polizeiwagen nicht als kurzweilig erwiesen, setzt die „Polizei WM 2006“ nun auf Seifenkistenrennen. Großer Favorit: die bayerische Polizei. Mit welchem Gefährt die Mannschaft antreten wird, blieb lange Zeit geheim – bis dieser Erlkönig auf einer Versuchsstrecke der bayrischen Polizei nahe des Ortes Tittmoning fotografiert werden konnte. 4. Stadt-Marathon

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Illustration: Julia Schubert

Zu welch sportlichen Hochleistungen die Polizei fähig ist, zeigt die Disziplin Stadt-Marathon. Es gilt, mit voller Ausrüstung (Uniform, Polizeiplakette, Strafzettel-Block) eine Reihe von Brennpunkten des Verbrechens abzulaufen. Und zwar mit einer vollen Einsatzhundertschaft. Hier die Nachhut des Nachzüglers der WM von 2002. 5. Rallye Paris-Kreuzberg

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Illustration: Julia Schubert

Nachdem sich speziell die französische Jugend um die Unterstützung der traditionellen Rallye Paris-Kreuzberg verdient gemacht hat, wird bei der WM 2006 von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den französischen und deutschen Räumpanzern ausgegangen. Dabei gilt es, einen vom Olympischen Komitee des Schwarzen Blocks mit viel Liebe und Sorgfalt hergerichteten Hindernisparcours möglichst rasch zu durchfahren und dabei ausgewählte Ziele mit dem Wasserwerfer zu bestreichen. (Fotos: dpa, ap, afp)

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