Mittwoch, 26. Mai 2004

Der hier hat nichts mit den Kiffern aus der Schweiz zu tun.
nikolaus-roettger
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Illustration: Julia Schubert

Der hier hat nichts mit den Kiffern aus der Schweiz zu tun. Denn er wurde nicht im Wald geknipst. Foto: dpa Von Aufklärungsdrohnen der Schweizer Armee beim Kiffen erwischt Es hätte ein gemütlicher Abend werden sollen: Zwei Jungs aus der Schweiz fuhren mit ihrem Auto in den Wald, dorthin, wo es geschützt ist, wo sie keiner sehen kann, wo keine Polizei vorbeikommt. Die beiden stellten ihr Auto ab, schalteten den Motor aus und holten dann ihre Papiere raus. Könnte gut sein, dass sie drei Papers aneinander klebten, ehe sie Tabak hineintaten und dann entweder ihr Dope oder ihr Gras – was es genau war, ist nicht überliefert - hineinbröselten. Dann zündeten sie ihren Joint an und blickten in die Natur. Ja, wahrscheinlich war den beiden Jungs sehr gemütlich zumute – ehe plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Streife der Kantonpolizei Luzern auftauchte, zu den beiden hinfuhr und sie beim Kiffen erwischte. Woher die Polizei von den beiden Kiffern wusste? Von der Schweizer Armee. Die fliegt nämlich zu Trainingszwecken bis zu viermal täglich mit ferngesteuerten Aufklärungsflugzeugen über die Schweiz – und filmt mit Hilfe von hochempfindlichen Wärmebildkameras an Bord der Aufklärungsdrohnen alles, was ihr vor die Linse kommt. Wahllos. Und so wurden auch die beiden Kiffer entdeckt, die selber nichts von den Drohnen bemerkten, weil diese in 1500 Meter Höhe kaum wahrnehmbar sind. Den Mitarbeitern der Armee, kamen die beiden Kiffer auf den Bildern, die die Drohne ADS 95 übermittelte, verdächtig vor – und so benachrichtigten sie die Polizei. Laut Angaben der Neuen Züricher Zeitung, die über den Vorfall berichtete, werden die bei den Trainingsflügen aufgenommenen Bilder bis zu sechs Monate lang gespeichert. Dabei seien 80 Prozent der beobachteten Objekte Fahrzeuge, der Rest Gebäude, Statisten oder eben ahnungslose Zivilpersonen.

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