Montag, 19 Januar

Island/Universal I may be young – but not a foolish one.
christoph-koch

Island/Universal I may be young – but not a foolish one. Truckercaps waren 2003 die neuen Nietengürtel. Und „Young Love (Topless)“ war im vergangenen Jahr der Track, um den man im so genannten Nachtleben nicht herum kam. Ein süßes Versprechen, eine Hymne auf die schwüle, ungestüme Sonnentage und Freibadnächte – genauso wie drei Sommer zuvor Modjos „Lady“. Kein Wunder, dass man Kid Alex, die Stimme hinter „Young Love“ selten ohne Truckercap zu sehen bekommt. Jetzt hat der 20-Jährige gemeinsam mit dem Hamburger Produzenten Andi Meid (der bereits diverse Eimsbush-Hits auf seinem Kerbholz hat) sein erstes Album veröffentlicht – extrem gelungen und sowas wie die erste Konsensplatte des neuen Jahres. “Young Love” mit der pluckernden Wahwahgitarre und dem gänsehautmäßig eingefadeten Publikum ist auch wieder dabei. Die neue Single „Fame“ hat sich tüchtig mit Classic Rock und Glampunk vollgekleckert und ist im Grunde kein bisschen schlechter. „St. Tropez“ erweist den derzeit obligatorischen Achtzigern seine Referenz und besticht vor allem durch weise Textzeilen wie „Es liegt kein Schnee in St. Tropez“ oder „St. Tropez ist eine schöne Stadt. Ich will seh’n, was sie zu bieten hat“. Mit „Wake Up“ schüttelt Kid Alex einen gutgelaunten, smoothen R’n’B-Hit aus dem Ärmel, mit „Stereo“ schlenkert er anschließend beim Neowave vorbei und beim Stampfer „Discoteca“ fangen die Synthies, die vorher noch froh gezirpt haben, ernsthaft an zu ächzen und zu zerren. “Colorz“ ist seiner Zeit nicht unbedingt meilenweit voraus, seine Qualität liegt eher darin, dass es den Moment, das Jetzt perfekt einfängt, sich aus allen Genres hemmungslos bedient in der einen Sekunde nach Prince, in der anderen nach Basement Jaxx klingt. Und in der nächsten dann nach Guns N’Roses und in der übernächsten nach Apu Nahasapeemapetilon aus den „Simpsons“. Das Album “Colorz“ von Kid Alex erscheint heute bei Polydor / Universal.