Montag, 29. September 2003

Foto: www.
christoph-koch
Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Foto: www.spillsbury.de Als ich die neue, tolle Spillsbury-Single „Die Wahrheit“ zum ersten Mal hörte, ereignete sich ein Missverständnis beinahe Axel-Hackeschen Ausmaßes: „Hast du wirklich geglaubt, dass du die Wahrheit kennst und in Berlin mal etwas anderes findest?“, fragt Tobias Asche (die männlichen 50 Prozent von Spillsbury) am Beginn des Tracks, und ich denke mir: „Toll, endlich ein Lied, das mit den Blabla-Begegnungen im Berliner Nachtleben abrechnet“. Und es passt auch alles ins Bild: Die schlimme Phrase „Hau rein!“ wird beschworen, und überhaupt liefe doch trotzdem alles irgendwie gut und man kenne ja jetzt das Gesicht des anderen und würde sich schon wiederfinden. „In der Berliner Nacht, auf der Kastanienallee oder im Café Moskau“, ergänze ich innerlich. Doch die Freude währt nur kurz. Denn in Wirklichkeit lautet die Zeile „Hast du wirklich geglaubt, dass du die Wahrheit kennst und du hier niemals etwas anderes findest?“ Und statt „wird alles trotzdem gut“ heißt es „war alles trotzdem gut“. Hm. Schon auch okay irgendwie. Halt plötzlich eher ein Affären-Stück. Aber irgendwie hat mich die Berlin-Version mehr gekickt. Auf der gerade begonnenen Spillsbury-Tour werde ich mich hinter die Bühne schmuggeln und versuchen, Sängerin Zoe und Bassist-Strich-Computerbastler Tobi, davon zu überzeugen. „Die Wahrheit“ von Spillsbury (mit einem Non-Album-Track sowie Remixen von Kid Q, JNS und Junior-Senior-Produzent Thomas Troelsen) erscheint heute bei L’Age D’Or. Den Videostream findest du hier

  • teilen
  • schließen