Morrissey spielt nicht in Kanada

Es wird einfach nicht ruhig um Morrissey. Wenn er nicht vom FBI Publicity bekam oder für Konzerte von Newcomer-Bands wie The Boyfriends nach Großbritannien jettete, arbeitete er in Rom an seinem neuen Album Ringleader of the Tormentors.
michele-loetzner

Das ist nun fertig, die begleitende Tour in England war binnen weniger Minuten ausverkauft, in Deutschland sind bislang nur Auftritte bei Rock im Park und Rock am Ring bestätigt. Auch in Kanada warten Fans gespannt, ob sich "The Mozfather" sehen lässt - doch diese Hoffnungen hat der Sänger nun ein für alle Mal zerschlagen.

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Illustration: Julia Schubert

Was Live-Auftritte betrifft, war Mr. Steven Patrick Morrissey schon immer für eine Überraschung gut: Im Jahr 1999 sagte er kurzfristig ein Konzert im Dresdner Schlachthof ab, weil er sich als überzeugter Vegetarier weigerte, in jenem "blutigen" Umfeld zu spielen. Und Morrissey, passionierter Vegetarier und Tierschützer, zieht auch bei der neuen Tour wieder werbewirksam die Bremse. Weil die Kanadier in diesem Jahr weiterhin brutal und barbarisch Robbenbabys töten, weigert er sich, auch nur einen Fuß in das Land mit der Ahornblatt-Flagge zu setzen.

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Illustration: Julia Schubert

Auf der Webseite eines Morrissey-Fanclubs erklärt der Sänger, dass ihm bewusst sei, dass er mit dieser Aktion die kanadische Wirtschaft zwar nicht in die Knie zwingen könne, aber mit seinem Protest ein Zeichen setzen möchte. Das Argument des kanadischen Premierministers, die Robbenjagd ist nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten, kommentierte er mit den Worten: „Der Bau von Gaskammern im Dritten Reich, schuf auch Arbeitsplätze, deswegen war es trotzdem unmoralisch.“ Somit sind jetzt und in naher Zukunft Konzerte des ehemaligen The-Smiths-Frontmanns in Kanada ausgeschlossen. Bilder: Sanctuary Records & dpa

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