Mund aufmachen

Joko und Klaas stellen sich in einem Video deutlich gegen rassistische Hetze. Ausgerechnet die? Ja, ausgerechnet die. Und wir finden das gut.
jetzt-redaktion

Neulich haben wir hier darüber nachgedacht, ob eine Modebloggerin sich zur Flüchtlingsthematik äußern sollte, dürfte, müsste. Und fanden: Ja. Manche Konflikte darf man nicht in einer Nische verstecken.

Neulich haben wir einen offenen Brief an "die Politiker" geschrieben, der für unsere Verhältnisse außergewöhnlich politisch war. Aber wir fanden, dass unser Gefühl, dass momentan etwas krass schief läuft, einen Text verdient hat.

Und manchmal haben wir diskutiert, ob man eigentlich von Deutschlands Prominenten, also von denjenigen, die eine viel größere Reichweite haben als Modeblogger und wir zusammen, mehr erwarten darf.

Nun haben sich Joko und Klaas geäußert. Ausgerechnet die? Ja, ausgerechnet die. Für sie gilt in diesem Fall: "Das wird man wohl noch sagen dürfen."

http://www.youtube.com/watch?v=tBHMzCOn2Sk

Was wir dabei besonders gut finden: Sie verhehlen gar nicht, dass sie nicht das politische Gewissen der Nation sein wollen oder können. Sie reflektieren öffentlich, dass sie sich in ihrem Beruf ansonsten "einen Donut in die Stirn spritzen" oder "den Mund zunähen" lassen. Dass sie, wäre Deutschland ein Königreich, eher so die Hofnarren wären.

Aber genau deswegen ist dieses Video, das wir übrigens auch in seinem deutlichen Wortlaut gut finden, besonders wichtig. "Es ist höchste Zeit", schreibt Joko Winterscheidt auf Twitter. Höchste Zeit, dass alle, auch diejenigen, die sonst fürs Leichte zuständig sind, den Mund aufmachen. Egal, was sie sonst so treiben. Egal, ob es in normalen Zeiten ihre "Aufgabe" ist. Indem sie ihre ironische Komfortzone verlassen, machen sie deutlich, wie schlimm es schon ist. Dass sie nicht einfach hinnehmen, was eine Minderheit verbricht. Dass wir alle gefordert sind.

Bitte mehr davon.

friedemann-karig

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