Musikportale unter der Lupe

Screenshot Saturn Musicstore Wenn man Musik auf mp3 Playern hören will, muss man die Lieder irgendwo käuflich erwerben, sagt uns unser Moralbewusstsein und auch die Musikindustrie.
michael-moorstedt
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Illustration: Julia Schubert

Screenshot Saturn Musicstore Wenn man Musik auf mp3 Playern hören will, muss man die Lieder irgendwo käuflich erwerben, sagt uns unser Moralbewusstsein und auch die Musikindustrie. Doch diesen guten Vorsatz auch umzusetzen, kann schnell zur Geduldsprobe werden, und das nicht nur aufgrund einer miesen Downstreamgeschwindigkeit. Am Angebot mangelt es zwar nicht, denn Musikportale gibt es genug im Netz. Ärgernisse aber auch - teure Lieder beispielsweise, schlechte Auswahl und aufdringlichen Kopierschutz. Wer Geld ausgibt, will jedoch auch Online -Qualität sehen. Das scheint aber leider nicht immer zusammenzugehören. Die Old Economy Institution Stiftung Warentest hat nun zwölf deutsche Musikportale nach Mängeln abgehorcht. Kann man einen Ausschnitt Probe hören? Gibt es Kundenservice? Wie ist das mit der Bezahlung, fortschrittlich via Paypal oder doch lieber die analoge Lastschrift? Anhand solcher und ähnlicher Fragestellungen untersuchten die Tester die virtuellen Plattenläden nach Kategorien wie Suchen, Herunterladen, Abspielen und eben auch Bezahlen und stellten fest: „Die Portale würden den Nutzern viel Ärger ersparen, wenn sie vorab umfassend informierten. Doch in dieser Hinsicht bieten sie oft viel zu wenig.“ Es gibt teilweise gravierende Unterschiede. Im unglücklichsten Fall offenbarten sich neben Preisschwankungen von einem Euro für einen einzelnen Song auch andere Unschönheiten wie Formatverwirrungen hinsichtlich der angebotenen Dateien (AAC oder Antrac) und deren Kompatibilität mit den verwendeten Playern. Wie der herkömmliche Plattenladen um die Ecke haben auch musicload und Konsorten nicht jeden Titel im Angebot. Die Berliner Stiftung machte mit einem Durchschnittssongwunschzettel die Probe aufs Exempel. Am besten schnitt bei diesem Repertoirecheck iTunes ab. Das verwundert nicht, besteht die Sammlung doch aus 1.800.000 Titeln. Das Apple-Angebot hat aber auch Schwächen, so muss man sich hier bereits für das bloße Suche der Titel die zugehörige Software herunterladen. Aber auch andere Portale sehen sich teilweise vernichtenden Bewertungen ausgesetzt. Schön, dass die Wörter „Sehr gut“ und „mangelhaft“ auch in der Unübersichtlichkeit des WWW ihre Deutungshoheit behalten haben. Schlimm, dass nur zwei der untersuchten Anbieter die Note „Gut“ erhalten haben.

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