"MySpace ist grad fast wieder cool geworden"

MySpace plant einen umfassenden Relaunch. Im Netz sind alle ganz aufgeregt wegen des möglichen Comebacks. Wir auch. Darum haben wir schon mal zehn wissenswerte Fakten zum alten neuen Netzwerk gesammelt.
kathrin-hollmer

MySpace ist zurück! Zumindest plant das soziale Netzwerk einen umfassenden Relaunch. Ob das wirklich das große Comeback wird? Im Social Web freuen sich jedenfalls alle über dasPromo-Video, der Hashtag #myspace hat es sogar für eine Weile zum Trending Topic auf Twitter geschafft. "Fantastisch" und "wirklich sehr ansehnlich"schreiben die User, und @netzfeuilleton twittert: "Alter, #MySpace ist grad fast wieder cool geworden. Ich müsste doch noch irgendwo 'nen Zugang haben."

Wird MySpace wirklich wieder cool? Wir wollen auf alles vorbereitet sein und haben schon mal zehn wissenswerte Fakten über das Netzwerk gesammelt. Zum Mitreden.

1. Ursprünglich war MySpace.com eine Art Cloud-Service. Im Juli 2003 gründete Tom Anderson die Community "MySpace". Genau, das ist auch der "Tom", den man bei MySpace immer als ersten Kontakt auf seiner Freundesliste hatte, zumindest früher.

2. Auch wenn wir das heute nicht mehr glauben können, MySpace war mal DAS große Ding, nämlich das weltweit führende soziale Netzwerk und hatte teilweise bis zu 230.000 neue Mitglieder am Tag. Ende 2009 hatte es fast 270 Millionen Mitglieder, inzwischen sind noch 25 Millionen übrig (Stand: Juni 2012).

3. Weil MySpace schon so lange da ist, wabert dort auch sehr viel potentiell rufschädigendes Material herum. Schönstes Beispiel: die alte MySpace-Seite des mittlerweile ziemlich erfolgreichen Schauspielers Tom Hardy, der zum Beispiel den Bösewicht Bane in "The Dark Knight Rises" gespielt hat. DieBilder, die Hardy damals veröffentlicht hat, sind wirklich, wirklich sehenswert.

4. 2005 hat der Medienunternehmer Rupert Murdoch das soziale Netzwerk mit seinem Konzern News Corporation für 580 Millionen Dollar gekauft. 2011 verkaufte er es an die Werbefirma Specific Media – allerdings nur noch für 35 Millionen Dollar.

5. Noch eine schöne Anekdote: Die Band Boston hat 2008 nach dem Selbstmord ihres Leadsängers einen neuen Sänger gefunden – und zwar auf MySpace. Boston-Fan Tommy DeCarlo, der damals in einem Baumarkt arbeitete, schrieb als Hommage an den verstorbenen Sänger Brad Delp einen Song und postete ihn auf seiner MySpace-Seite. Die hörte ein anderer Boston-Fan und riet ihm, der Band den Song zukommen zu lassen. Und jetzt? Ist er der Leadsänger von Boston.

6. Trotz dieser schönen Geschichten war MySpace irgendwann so weit weg, dass nicht einmal mehr MySpace-Witze gerissen worden sind. Ganz schnell geändert hat das der Promo-Film, der am Montag auf Vimeo gepostet worden ist. Darin wird das neue MySpace vorgestellt, samt neuer Funktionen und einem komplett überarbeiteten Design. Über Nacht war MySpace wieder da - und auf Facebook und Twitter wurde gleich mal das Comeback ausgerufen.

 

7. So weit hergeholt ist das mit dem Comeback aber gar nicht. Anfang 2012 gab es bereits einen kleinen Aufwärtstrend, die New York Times berichtete auf ihrem Blog von einem Zuwachs von einer Million neuen Usern im Zeitraum von Dezember 2011 bis Februar 2012.

 

So wird das neue MySpace aussehen.

 

8. Natürlich gibt es viele Fake-Accounts und viele Seiten werden von Agenten oder Fan-Clubs gepflegt, aber bei Musikern und Bands ist MySpace nach wie vor beliebt, um sich mit Fans auszutauschen. Genau das könnte die Chance für das Netzwerk sein. Die größte Musik-Community soll MySpace werden, das wird im Promo-Video schon sehr deutlich. Justin Timberlake, der in dem Video sozusagen die Hauptrolle spielt, hat schon bei der Übernahme durch Specific Media angekündigt, dass er MySpace retten will. Inzwischen ist er auch finanziell daran beteiligt.

 

9. Wie sieht es nun aus, das neue MySpace? Ein bisschen wie eine Mischung aus Pinterest, Tumblr und Spotify. Große, kachelförmig ausgerichtete Bilder, ein dezenter weißer Hintergrund, sehr chic, sehr modern, optisch ansprechender als viele andere soziale Netzwerke. Die neuen Tools sind vor allem für Musiker und andere Künstler (das ist den Machern wichtig: "So whether you’re a musician, photographer, filmmaker, designer or just a dedicated fan, we’d love for you to be a part of our brand new community", schreiben sie auf ihrer Website) interessant, so sollen zum Beispiel die "This week’s top fans", die "einflussreichsten Fans", unter anderem auf einer Weltkarte angezeigt werden. Noch ist nicht klar, wann die neue Seite online geht. Vorab anmelden kann man sich aber schon mal.

 

10. Ihr fragt euch, wie der Ohrwurm-Song aus dem Video heißt? Wir verraten es: "