Nichts geändert: Was uns die Fotos der besten jungen Bildjournalisten sagen

Sieben Mal lobte "Agfa" einen Preis für jungen Bildjournalismus aus. Jetzt sind viele Bilder im Deutschen Historischen Museum Berlin zu sehen. Und hier!
peter-wagner

Fotos werden immer dann prämiert, wenn sie einem abstrakten Ereignis eine plastische Botschaft abringen. Als Beispiel sei hier nochmal auf das afp-Bild des Fotografen Brent Stirton aus Südafrika verwiesen, das den Abtransport eines toten Berggorillas in einem Nationalpark im Kongo zeigt. Nicht zuletzt, weil es ein Monsterwort wie "Umweltzerstörung" auf ein Erinnerungsbild eindampft, das einem nicht mehr aus dem Kopf weichen wird, wurde das Bild zu einem der World Press Photos 2007. Im Deutschen Historischen Museum Berlin sind von Freitag an die Gewinner des Internationalen Preises für jungen Bildjournalismus zu sehen. Ein Preis, den es seit fünf Jahren nicht mehr gibt, der zwischen 1991 und 2003 aber sieben Mal ausgelobt worden war und ambitionierten Fotografen in den Zwanzigern ihres Lebens ein Forum bot. Der Preis war so eine Art kleiner Bruder des World Press Photos. Die Gewinnerarbeiten der sieben Wettbewerbe wurden nun neu kompiliert und geben, so sehen es zumindest die Veranstalter, einen Blick in die 90er Jahre frei. Knapp 300 Bilder sind in Berlin zu sehen und zeigen Kriege und Krisen und Glück und Tod und vor allem zeigen sie diese abstrakten Worte, indem sie Menschen zeigen. Das Seltsame an den Bildern: Sie könnten auch gestern aufgenommen worden sein. Sie sind historisch und aktuell zugleich. Soll heißen: Es hat sich nichts geändert, da draußen. Genau das dokumentieren die Bilder. Hier fünf Beispiele aus der Ausstellung. *** Kinder schützen sich vor Lärm und Staub beim Start eines Hubschraubers der französischen Armee“; Kukes, Albanien 5.4.99

Foto: Joachim Ladefoged / Preis für jungen Bildjournalismus 1999 Hier siehst du das Bild in groß.


Kameltreiber, Rajasthan, Indien

Foto: Dieter Telemans / Preis für jungen Bildjournalismus 1999 Hier siehst du das Bild in groß.


Ein Boot mit Flüchtlingen aus Afrika landet an der Küste von Tarifa, Spanien.

Foto: Matias Costa / Preis für Jungen Bildjournalismus 2001 Hier siehst du das Bild in groß.


Superman: Aus der Serie „Detour“, USA

Foto: Asger Carlsen / Preis für jungen Bildjournalismus 2003 Hier siehst du das Bild in groß.


Gefechte im Kisangani: Gelände auf dem Soldaten aus Ruanda und Uganda sechs Tage lang kämpften, Kongo, Juni 2000;

Foto: Michael Zumstein / Preis für jungen Bildjournalismus 2001 Hier siehst du das Bild in groß.

Text: peter-wagner - Fotos: Deutsches Historisches Museum

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