A wie Alkoholiker
Größte Verwechslungsgefahr in die man sich als Wegbiertrinker begibt. Man umgeht sie, indem man das Wegbier nicht vor 18 Uhr in der Stadt mit sich führt und auch nicht zu gierig trinkt, sondern eher so nebenbei.  

B wie Bier
Grundzutat beim Wegbier, wobei es natürlich auch andere Möglichkeiten gibt. Gegenüber Wein und Schnaps hat es aber den Vorteil, dass es nahezu noch als Durstlöscher durchgeht, wenn man zum Beispiel auf dem Weg zum Club längliche Wohngebiete durchqueren muss.  

C wie Chips
Wären zwar theoretisch als Ergänzung zum Wegbier denkbar, macht aber kein Mensch. Schließlich will man kein wandelnder Brotzeittisch sein, sondern lieber ein Leuchtturm in Sachen lässiger, urbaner Abendkultur.  

D wie Daheim trinken
Keine echte Option. Daheim Vorglühen ist undynamisch, pubertär und außerdem ist die Chance groß, dass man sich in aller Gemütlichkeit festtrinkt. Das Gute am Wegbier ist ja, dass es Lust auf mehr macht und einen geradezu zwingt, irgendeinen Quellort anzusteuern. Von Menschen die nach einem Wegbier umgedreht und wieder heimgelaufen sind, ist jedenfalls nichts bekannt.    

E wie Erkennungszeichen
Das Wegbier ist in der Stadtlandschaft so eine Art Namensschild der Feierbereiten, es hilft in überfüllten Straßenbahnwaggons zu erkennen, wer den Abend noch nicht aufgegeben hat, dient als Gesprächseinstieg und universale Verklumpungsgrundlage.    

F wie Flaschensammler
Ist der natürliche Nutznießer des Wegbieres, das ja schließlich nicht nur unterwegs getrunken wird, sondern meistens auch entsorgt. Den in die Nacht hinein wankenden Karawanen folgen deshalb in gebührlichem Abstand die Sammler und sorgen damit für eine enorm wichtigen Psycho-Effekt des Wegbieres: Easy Living ohne sichtbare Rückstände   

 G wie Gepäckträger
Unschöne Begleiterscheinung des Wegbieres: Wenn die Flaschensammler sie nicht gefunden haben oder im Urlaub sind, dann bleibt die leere Flasche gerne  auf Gepäckträgern oder in Fahrradkörben unbeteiligter Dritter stehen, die damit nicht nur die Entsorgung aufgebürdet bekommen, sondern auch das dringende Gefühl, dass die Party letzte Nacht mal wieder an ihnen vorbei gegangen ist.  

H wie Heißdurst
Das Gegenteil von Heißhunger und eine Erscheinung, die den geübten Ausgeher von Mittwoch bis Sonntag pünktlich gegen 17.30 Uhr zum ersten Mal befällt und sich dann in unregelmäßigen Schüben (sog. Weggeh-Wehen) wiederholt. Merken: Gegen den schlimmsten Heißdurst hilft zuverlässig nur das Wegbier.  

I wie Interessenskonflikt
Klare Sache, das Wegbier erleichtert den Zugang ins Nachtleben, bisweilen kann es ihn aber auch erschweren. Zum Beispiel wenn es manchen so müde macht, dass man auf der ersten Spielplatzbank einschläft oder aber so betrunken, dass man dem Türsteher nicht mehr glaubhaft versichern kann, eine Bereicherung seines Clubs zu sein.  

J wie Jagatee
So heißt das Wegbier ab einer Höhe von 2000m. ü. NN 

K wie Kurzstrecke
Ist gleich Becks 0,33l. 

L wie Lagerung
Das Wegbier trägt sich am besten und formvollendet in der lässig und weit unten baumelnden Hand und man fasst es dabei, wenn möglich, am Flaschenhals, so dass es extrafrei schwingt. Angewinkelt oder vor die Brust geklammert verrät es den Wegbier-Neuling. Keinesfalls sollte es in andere Behältnisse umgefüllt oder in Bierhüten auf dem Kopf getragen werden. Achtung: Bier aus einer Sigg-Flasche zu trinken gilt in vielen Kulturkreisen als ernster Affront.  

M wie Mischgetränke
Empfehlen sich nicht als Wegbier-Ersatz, weil oft zu klebrig oder kohlensäurereich und wer viel aufstoßen muss, kommt nicht recht vom Fleck.  



N wie Noagerl
In Bayern das letzte Achtel einer Bierflasche, das gerne übrig bleibt. Wegbier-Profis erkennt man daran, dass sie ihr Wegbier in der genau richtigen Trinkgeschwindigkeit zu sich genommen haben, also etwa 200 Meter vor dem anvisierten Ziel beim Noagerl angekommen sind.  

O wie Organisation
Im Idealfall steht das Wegbier im heimischen Kühlschrank seit drei Tagen einsatzbereit. Aber wer hat schon so eine Vorratsplanung? Deswegen muss das Wegbier in vielen Fällen erstmal organisiert werden, was oftmals wieder einen Weg voraussetzt  - zum Kiosk, Straßenverkauf oder dem Pizza-Lieferservice gegenüber. Wer auf dem Weg in die Nacht von seinen Freunden abgeholt wird, macht sich besonders beliebt, wenn er als Überraschung alle mit einem Wegbier ausstattet. Im Zweifel empfiehlt sich aber eine kurze Voranfrage per SMS, zum Beispiel ganz gewitzt: „Habt ihr schon Wegbier?“ 

 P wie Peinlich
In feiertechnisch noch nicht ganz erschlossenen Gebieten und ländlichen Gegenden ist das Wegbier noch nicht als Standardaccessoire erkannt und deswegen manchem peinlich. Auch Zusammentreffen mit Respektspersonen wie Zahnärzten, Erbtanten und Klassenlehrern gelten als nicht ideal, wenn man gleichzeitig ein Wegbier trägt. Solche schwierigen Situationen lassen sich entweder mit einem beherzten Schluck übertünchen oder führen dazu, dass man das Wegbier verschämt und spontan in der eigenen Jackentasche abstellt, die dafür freilich meist nur bedingt geeignet ist. (Empfehlenswert sind hier tatsächlich Barbour-Jacken, in deren Taschen ein ganzes Sixpack Platz findet) Peinlich ist auch eine fallengelassene Wegbier-Flasche, die nicht nur Hunden, Jogger und Fahrradfahrern Ärger beschert, sondern auch kein gutes Omen für den ganzen Abend ist. Also merken: Scherben beim Wegbier ungleich Glück. 

 R wie Rechtslage
Dem Wegbier wird zunehmend die Existenzgrundlage gezogen, jüngster Fall ist das Verbot von Alkohol im Hamburger öffentlichen Nahverkehr. In anderen Städten gilt das Biertrageverbot schon lange – scheint aber trotzdem nicht allzu gut zu wirken. Traditionell ungern gesehen wird öffentlicher Alkohol in den USA, wo wiederum die Wegbier-Lobby mit den legendären braunen Papiertüten über ein ganz eigenes Erkennungsmerkmal verfügt. 

 S wie Schnaps
Wird bisweilen als Wegbier-Ersatz genommen, entweder, wenn der Weg oder die Nacht sehr kurz sind oder man in einen Pulk von unverantwortlichen Teenies geraten ist. Dabei empfiehlt sich Schnaps allerhöchstens als Getränk für den Nachhauseweg. Denn das Wegbier soll ja nicht den Rausch vorwegnehmen, sondern nur die gehetzten Organe ein bisschen auf den Feierabend einstimmen bzw. dimmen.  

T wie Trockenheit
Für den, der sich ans Wegbier gewöhnt hat ein Mangelzustand, wenn er nachts in der Stadt unterwegs ist. Andererseits ist trockenes Wetter für Wegbier-Genießer wiederum eine wichtige Voraussetzung für optimalen Genuss. Im strömenden Regen fällt das Schlendern aus und damit der einzig wahre Bewegungsablauf für ein Wegbier.  

U wie U-Bahn
Hervorragendes Einsatzgebiet für Wegbiere, birgt allerdings auch Gefahren in Form von keifenden Elternbeiräten oder ruckartig anfahrenden Zügen, die schon so manchem lustvoll balancierten Wegbier zum Verhängnis wurden. Ist es soweit gekommen empfiehlt sich schnellstmögliche Entfernung und gespielte öffentliche Distanzierung vom Unglücksbier.  

V wie Vorglühen
Veraltet für Wegbier.  

W wie Wasserlassen
Problematische Begleiterschienung des Wegbiers, zumindest bei denjenigen, die dafür besonders anfällig sind. Da man sich in freier Stadtlandschaft bewegt, ist es nicht immer einfach, das Endprodukt des Wegbieres korrekt und sittlich einwandfrei abzuliefern. Gerüchte, wonach dafür die leere Wegbierflasche trefflich geeignet ist, möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich nicht kommentieren.  

Z wie Zuprosten
Findet unter Wegbierträgern vornehmlich über weite Entfernungen statt, zum Beispiel über vielbefahrene Kreuzungen hinweg oder von einem S-Bahn-Wagen in den anderen. Unbeteiligte sollten dabei wenn möglich nicht in der direkten Sichtachse stehen, da es sonst zu Missverständnissen kommen könnte.