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Beschmipfter und Entschuldiger: Außenminister Fischer (links) und CSU-Landesgruppenchef Glos (Fotos: sueddeutsche.de) Gute Idee: Den Außenminister im Bundestag einen Zuhälter nennen. So geschehen gestern in der Haushaltsdebatte in Berlin. Der Schimpfer heißt Michael Glos und hat in der CSU das Amt des „Landesgruppenchefs“ inne. Im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei der Visavergabe in deutschen Botschaften seien Millionen Menschen illegal nach Deutschland und andere europäische Länder eingereist, erklärte Glos in der Debatte. Dadurch seien Menschenhandel und Prostitution gefördert worden. Dann wandte er sich Joschka Fischer zu – der als Außenminister Chef der deutschen Botschaften im Ausland ist – und sagte: „Und Sie sind dafür der Zuhälter, wenn man so will.“ Durch solche Ausfälle (Glos entschuldigte sich später) bekommen die sonst eintönigen Bundestagsdebatten auch die Aufmerksamkeit von Menschen, die sonst keine Lust auf Politik haben. Gut ist die Idee also nur, wenn man das will ... Schlechte Idee: Pornos im Parlament. Der italienische Senat wurde am Dienstag von einem „Porno-Virus“ lahm gelegt. Plötzlich seien auf den Bildschirmen der Parlamentskammer Fotos von zwei nackten Homosexuellen aufgetaucht, die nicht mehr gelöscht werden konnten – meldete gestern die Deutsche Presseagentur. Es wird vermutet, dass dieser Viren-Angriff im Zusammenhang mit der Entlassung eines Assistenten des stellvertretenden Senatspräsidenten steht: Dario Mattiello war vor wenigen Tagen gefeuert worden, nachdem Fotos aufgetaucht waren, die ihn auf einer Schwulen-Party zeigten. P.S.: Gute unparlamentarische Idee: In meiner derzeitigen Lieblings-TV-Sendung (natürlich nach „Big Boss“) dem DSF-Fußballformat Kreisklasse treten heute nicht nur der Münchner Disc-Jockey DJ Hell und der lustige Moderator Ulrich Potofski auf. Auch der ehemalige Bochumer-Fußballprofi Maurizio Gaudino ist zu sehen. Toll.