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Rambo, Rocky, Indy - Der Aufstand alter Männer

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Der Boxer

Name: Rocky “The Italian Stallion” Balboa Darsteller: Sylvester Stallone. 60 Jahre alt. Laufbahn: Rocky I, Rocky II, Rocky III, Rocky IV, Rocky V Der neue Film Rocky VI kommt unter dem Titel "Rocky Balboa" Anfang Februar in die Kinos. Der Slogan: "It ain´t over `til it´s over." Der Plot in einem Satz: Mann bekommt solange auf die Glocke, bis die Glocke ertönt. Die Geschichte: Rocky Balboa, erfolgloser Box-Amateur aus Philadelphia, bekommt die Chance, gegen den amtierenden Weltmeister Apollo Creed zu kämpfen. Danach muss er noch mal gegen Apollo Creed und ab Folge III gegen alle Testosteron-Monster diesseits des Äquators boxen. Jetzt, in Rocky VI, ist er alt und am Ende. Aber – genau: Er will es noch mal wissen. Natürliches Habitat: Alle Boxringe zwischen New York und Wladiwostok Typisches Verhalten: Stoisch schauen. Rinderhälften verprügeln. Stoisch schauen. Typisches Zitat: „I can't beat him.“ Jungs zitieren lieber “The world ain't all sunshine and rainbows. It is a very mean and nasty place and it will beat you to your knees and keep you there permanently if you let it. You, me, or nobody is gonna hit as hard as life.” (Rocky in Rocky VI) Mädchen zitieren lieber Rocky: „I love you. I love you.“ Adrian: „I love you! I love you!“ Rocky: „Yeah.“ (Rocky und seine Freundin Adrian, als sie sich nach dem Kampf gegen Apollo Creed im Ring gegenüber stehen.) Geht niemals außer Haus ohne Seinen schmalen, schwarzen Pork-Pie-Hut. Überraschung: „Rocky I“ hat tatsächlich zehn Oscars bekommen. Darunter den für den besten Film. Unnützes Angeber-Wissen: Rocky war der erste Kinofilm, bei dessen Produktion ein Schwebestativ benutzt wurde. Heute kommt kein Action-Film mehr ohne die „Steadicam“ aus, die unverwackelte Bilder eines sich bewegenden Kamera-Manns ermöglicht. Die Moral von der Geschicht: Der wahre Kampf ist immer der gegen sich selbst.


Der Cop

Name: John McClane Darsteller: Bruce Willis. 51 Jahre alt. Laufbahn: Die Hard I, Die Hard II, Die Hard III („Jetzt erst recht“) Der neue Film Die Hard IV („Live Free or Die Hard“). Gerade in der Post-Produktion. Der Plot in einem Satz: Männer sind immer dann am gefährlichsten, wenn sie allein sind. Die Geschichte: Es weihnachtet sehr, also fliegt der New Yorker Polizist John McClane nach Los Angeles zu seiner Frau. Als er sie bei ihrer Arbeits-Weihnachtsfeier abholen will, kidnappen Terristen den ganzen Firmen-Wolkenkratzer. In Wahrheit wollen sie nur die 600 Millionen Dollar, die dort im Safe liegen. John McClane steht allein gegen alle Gangster und schießt alle Geiseln frei. Ebenso hält er es in den nächsten beiden Folgen. Natürliches Habitat: Terroristen-Ziele jeder Art. Typisches Verhalten: Sich nach dem ersten Schusswechsel bis aufs Unterhemd ausziehen. Typisches Zitat: „Yipee-ya-yay, Schweinebacke!“ Jungs zitieren lieber Böser Terrorist: „This time John Wayne does not walk off into the sunset with Grace Kelly.” McClane: ”That was Gary Cooper, asshole.” Mädchen zitieren lieber “Just once, I'd like a regular, normal Christmas. A little eggnog... a fuckin' Christmas tree... a little turkey.” Geht niemals außer Haus ohne Weiße Unterhemden. Werden dann liebevoll mit Blut gebatikt. Überraschung: Nichts kann John McClane schrecken. Außer Flugzeuge. Er hat Flugangst. Unnützes Angeber-Wissen: Richtig groß raus kam John McClane erst bei den „Simpsons“ – dort heißt der schießwütige Superheld „McBain“. Die Moral von der Geschicht: Weihnachtsfeiern sind gefährlich.


Der Kriegsveteran

Name: John Rambo Darsteller: Sylvester Stallone. 60 Jahre alt. Laufbahn: Rambo I („First Blood“), Rambo II (“Rambo – First Blood II”), Rambo III Der neue Film Rambo IV soll 2007 anlaufen. Als mögliche Titel werden genannnt: "Rambo - Pearl of the Cobra" oder auch, ganz passend, schlicht "Holy War". Der Plot in einem Satz: Mann, Maschinengewehr, Tote – Sieg. Die Geschichte: Der ehemalige Soldat John Rambo wird in einer Kleinstadt wegen Landstreicherei festgenommen. Daraufhin bricht er aus und bringt alle um. Bis auf das lästige Vorspiel laufen die übrigen Rambo-Filme genauso ab. Natürliches Habitat: Die Waffenkammer. Ansonsten der Dschungel, die Berge, die Wälder. In Wahrheit war John Rambo der erste Grüne. Typisches Verhalten: Stoisch schauen. Einhändig mit dem Maschinengewehr herumballern. Stoisch schauen. Typisches Zitat: „There are no friendly civilians.” (Nachdem ihn sein alter Kommandeur ermahnt hatte: „Look John, we can't have you running around out there killing friendly civilians.”) Jungs zitieren lieber: “I could have killed 'em all.” (Rambo in Rambo I) Mädchen zitieren lieber: Nichts. Es gibt keine Mädchen-Zitate in Rambo. Geht niemals außer Haus ohne Stirnband. Dieses modische Accessoire wird später meist durch eine schmucke Perlenkette aus 7,56mm-Patronen um den Oberkörper betont. Überraschung: Als der Film in Deutschland anlief, gab ihm die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden, gewissermaßen der Zwillingsbruder der berühmten FSK-Kontroll-Kommission, das Prädikat „Besonders wertvoll.“ Unnützes Angeber-Wissen: Die Figur des John Rambo ist ganz auf die amerikanische Vorstellung eines Angst-Gegners gepolt – laut seiner Armee-Akte ist Rambo das Kind eines indianisch-deutschen Paares. Die Moral von der Geschicht: Gott kennt Gnade. John Rambo nicht.


Der Archäologe

Name: Dr. Henry “Indiana” Jones Jr. Darsteller: Harrison Ford. 64 Jahre alt. Laufbahn: Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes, Indiana Jones und der Tempel des Todes, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug Der neue Film Auf den neuen Indy muss man noch länger warten. Die Produktion hat noch nicht begonnen, der Filma soll aber 2008 in den Kinos sein. Arbeitstitel: „Indiana Jones und die Verwüstungen der Zeit“. Der Plot in einem Satz: Die Welt ist voller alter Schätze – Indy findet sie alle. Die Geschichte: Dr. Henry Jones Jr., erfolgreicher Archäologe, muss dringend die Bundeslade finden, denn Hitler und seine Nazis sind auch hinter dem Ding her. Deswegen fliegen alle einmal quer durch die Welt, um sich in Nepal oder Kairo zu prügeln. Indy gewinnt aber immer, wg. Peitsche. In den nächsten Folgen dreht sich alles nicht mehr um die Bundeslade, sondern um Heiligtümer von Kali-Kulten oder gleich den Heiligen Gral. Natürliches Habitat: Tempel, Trümmer, Drittes Reich. Typisches Verhalten: An der Peitsche durch die Gegend schwingen. Typisches Zitat: „We're in trouble.“ Jungs zitieren lieber “Nothing shocks me. I'm a scientist.” (Indian Jones in „Indiana Jones und der Tempel des Todes“) Mädchen zitieren lieber “Archaeology is the search for fact... not truth. If it's truth you're looking for, Dr. Tyree's philosophy class is right down the hall.” (Indiana Jones gibt Unterricht in “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug.“ Geht niemals außer Haus ohne Peitsche. Überraschung: Als der erste Indiana Jones-Film 1981 in die Kinos kam, kam es zu keinem Anstieg der Studienanfänger in Archäologie. Unnützes Angeber-Wissen: Im zweiten Film flieht Indiana Jones am Anfang, von chinesischen Gangstern gejagt, aus einer Kneipe – sie trägt den Namen „Obi-Wan“. Produzent George Lucas hatte sich den Scherz mit seiner Filmreihe „Krieg der Sterne“ nicht verkneifen können. Die Moral von der Geschicht: Archäologie ist kein Orchideenfach. ++++ Bilder und Screenhots: dpa, jetzt.de ++++ Mehr zum Thema auf jetzt.de: Bereits im Sommer 2006 stellte max-scharnigg fest: Hilfe, die 90er kommen!

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