Ranking: Auf spickmich.de werden Lehrer bewertet

Während Millionen von Studenten noch am "gruscheln“ sind, heißt es für Schüler seit einigen Wochen nur noch "spick mich“. Manuel Weisbrod, Tino Keller und Philipp Weidenhiller sind drei Kölner Studenten die mit einem neuen Community-Konzept an den Start gehen - dort kann jeder seine Lehrer bewerten. Manuel klärt auf, wie Spickmich.de funktioniert.
kristin-matousek

Logo Unser klarer Aufhänger ist die Bewertung der Lehrer. An der Kölner Uni werden jeweils zum Ende des Semesters Bewertungsbögen verteilt, um den Studenten die Möglichkeit zu geben, Professoren zu beurteilen. Während der eigenen Schulzeit hätten wir auch gerne unsere Meinung zu den einzelnen Leistungen der Lehrer abgegeben. Auf einer Party hatten wir dann die Idee zu einem innovativen Internetportal für Schüler. Dort sollen alle Schüler die Möglichkeit haben, ihre Lehrer zu benoten. Danach fragten wir uns ein wenig durch die Freundeskreise unserer kleinen Geschwister. Einfach, um zu schauen, ob es generell ein Interesse gibt. Und nach dem das Feedback weitestgehend positiv ausfiel, legten wir los. Die Entwicklung der Homepage dauerte ein halbes Jahr, in dem wir nicht gerade wenige Nachtschichten einlegen mussten. Die Arbeit hat sich aber gelohnt. Seit circa fünf Wochen sind wir jetzt online. Vom Prinzip her sind wir vergleichbar mit "StudiVz“ oder der kürzlich erschienenen Tochterseite "SchülerVz“. Der Unterschied bei uns ist aber wie gesagt die Option "Lehrerbewertung“. Jeder Schüler kann sich auf Spickmich.de einloggen und nach seiner Schule suchen. Danach steht ihm eine Bewertungsskala von eins bis sechs zur Verfügung, mit der er seinen jeweiligen Lehrer beschreiben kann. Das zweite Feature ist die Zitate-Wand. Hier kann der Schüler seine Favoriten-Lehrer-Zitate loswerden.

Tino Keller, Pilipp Weidenhiller, Manuel Weisbrod (von links). (Foto: oh) Lehrer stehen unserer Arbeit eher skeptisch gegenüber. Wer möchte schon gerne öffentlich bewertet werden. Das verstehen wir auch. Aber es liegt ja alles im Rahmen und so lange die User mit ihren Sprüchen und Zitaten oberhalb der Gürtellinie bleiben, ist das okay. Wenn wir allerdings auf Kommentare hingewiesen werden, die nicht vertretbar sind oder gegen eine bestimmte Person gehen, dann löschen wir solche Einträge auf jeden Fall. Wir haben aber auch schon Emails von Lehrern bekommen, die spickmich.de super fanden. Ein Lehrer hat sich sogar als Power-User "geoutet". Er hat durch eine Schülerin von unserer Plattform erfahren und schaut sich seitdem beinahe täglich die Bewertungen seiner Kollegen an. Und außerdem fordert er eine Community-Website für Lehrer. Wir konzentrieren uns allerdings weiterhin auf die Schüler-Community. Inzwischen haben wir über 2000 registrierte User und mehr als 5000 gespeicherte Lehrerzitate. Es freut uns vor allem, dass wir bis jetzt erst zwei Zitate löschen mussten. Soviel Fairness ist natürlich super und trägt zum Erfolg der Homepage bei. Der Radiosender EinsLive hat vor Kurzem einen Beitrag zum Thema "darf man Lehrer öffentlich an den Pranger stellen" gebracht. Die User-Zahlen stiegen daraufhin. Das geht hoffentlich so weiter, denn unser Ziel ist ein bundesweites "Lehrerranking“. Dafür braucht es aber noch viel Mundpropaganda."

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