Rapmusik macht aggressiv – sagt eine amerikanische Studie

Du hörst Rap oder Hiphop? Dann trinkst du Alkohol, nimmst wahrscheinlicher Drogen und bist wohl aggressiver als Jugendliche, die Pop oder Klassik hören. Das sagt eine neue Studie des unabhängigen amerikanischen Pacific Institute for Research and Evaluation (PIRE).
kathrin-ruther

1056 zufällig ausgewählte kalifornische College Studenten im Alter von 15 bis 25 Jahren wurden zu ihrem Musikgeschmack, ihrem Alkohol- und Drogenkonsum und ihrem aggressiven Verhalten befragt, zum Beispiel wie oft sie in Schlägereien geraten oder andere Menschen bedrohen. Ein bisschen mehr als die Hälfte dieser Studenten waren Frauen (57 Prozent). Was die Studie des Pacific Institute for Research and Evaluation (auch in Berufung auf andere Studien) im Einzelnen herausgefunden hat: Nahezu alle Studenten gaben an, täglich oder fast täglich Musik zu hören, 69 Prozent hörten oft Rap. Aggressives Verhalten von Jugendlichen, ihr Alkohol- und Drogenkonsum lässt sich auf das Hören von Musik zurückführen, die auf Gewalt, Alkohol und Drogen hinweist. Fast die Hälfte aller Rap- oder Hiphop-Songs erwähnen im Text Alkohol, knapp zwei Drittel der Rap-Songs erwähnen illegale Drogen – in anderen Musiksparten tut das ein Zehntel der Lieder. Rap- und Rockvideos zeigen zweimal so oft Gewalt und Waffen wie Videos anderer Musikrichtungen. Rapmusik wird von vielen Werbeagenturen eingesetzt, um Produkte zu bewerben, deren Zielgruppe Teenanger und junge Erwachsene sind. Als Protagonisten in Werbespots und Anzeigen für Alkohol werden oft Rap- und Hiphop-Künstler eingesetzt. Auch Jugendliche, die Reggae und Techno hören, trinken mehr Alkohol und nehmen mehr Drogen als Jugendliche, die andere Musik hören – mit der Ausnahme von Rap: „Rap topped all other genres in association to alcohol and drug use and aggression“ heißt es bei PIRE. Das Institut betont übrigens, dass die Studienergebnisse nicht endgültig ermitteln können, ob das Hören von Musik aus einem bestimmten Genre tatsächlich zum Gebrauch von Drogen, Alkohol und Gewalt führen kann. Und dass die Studie keine Verteufelung von Rapmusik sein soll.