Ratschläge von erfolgreichen Frauen

Der 8. März ist Weltfrauentag, deshalb ist heute das Magazin nur für Mädchen (Jungs dürfen aber auch mitlesen). Die Reggae-Frontfrau Tanya Stephens sagt uns, wie sie es im Raggae-Business aushält, die Jungs erklären, wie man auch als Mädchen sich wie ein Junge verhalten kann und Christina Kretschmer hält ein Plädoyer für die Quoten-Regelung. Außerdem gibt es eine Bildergalerie mit schönen Männern, wir präsentieren dir ein Mädchenfrage-Spezial (Mädchen fragen Mädchen, Thema Stöckelschuhe) und in der Schwanger!-Kolumne erklärt Linda, warum sie sich ein Mädchen wünscht. Hier erfährst du von erfolgreichen Frauen, wie sie es bis ganz nach oben geschafft haben:
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Fakt ist: Frauen in Führungspositionen kann man auch 2007 noch mit der Lupe suchen. Fakt ist auch: Frauen verdienen unter den selben Bedingungen immer noch bis zu 30 Prozent weniger als Männer. Fakt ist aber auch, dass es mittlerweile Frauen gibt, die in Führungspositionen sind. Und die sollen uns heute einmal erzählen, wie man es da hin schafft, wo sie schon sind. Eine Zitatensammlung aus deutsch-sprachigen Zeitungen der letzten drei Jahre

Iseball Allende Foto: dpa Isabel Allende, Schriftstellerin: "Seit Tausenden von Jahren leben wir in einer Kultur, die ausschließlich dem männlichen Führungsprinzip folgt. Wenn Konflikte entstehen, gibt es gewöhnlich nur zwei männliche Verhaltensweisen: Angriff oder Flucht. Frauen dagegen setzen sich zusammen, diskutieren. Männer sind ehrgeiziger und wettbewerbsorientierter, Frauen sind Meisterinnen darin, Kompromisse zu finden. Das sind wichtige weibliche Eigenschaften, die unerlässlich sind, ganz gleich ob man eine Familie, ein Unternehmen oder ein Land managt. Nur wurde das bislang immer ignoriert oder belächelt. Es ist höchste Zeit, das zu ändern." (FR, 23.09.06) Connie Glaser, Gender-Beraterin (u.a. Coca-Cola): "Lächeln ist eine gute Sache, aber wir Frauen lächeln zu oft. Lernt, ein Pokerface aufzusetzen! Frauen sollen in der Geschäftswelt nicht das Verhalten der Männer kopieren, sondern auf ihre eigenen Stärken setzen: Klugheit, Intuition, soziale Kompetenz. Dennoch schadet es nicht, mal den Sportteil der Zeitung zu lesen, um bei den Gesprächen der Männer mithalten zu können." (Handelsblatt, 3.11.06) Linda Cook, Vorstandsmitglied beim Ölkonzern Shell: Chinesisches Sprichwort: "Ich bin durch Glück und harte Arbeit dorthin gekommen, wo ich heute bin – je härter ich arbeite, desto mehr Glück habe ich." (Wirtschaftswoche 9.10.06)


Heide Simonis Foto: ddp Heide Simonis: "Frauen nehmen sich Kritik mehr zu Herzen als Männer. Nach dem Motto: Mein Gott, was hast du da wieder für einen Mist gemacht? Frauen wollen geliebt werden. Wollen es allen recht machen. So sind wir erzogen worden, zumindest meine Generation. Sie dürfen nicht die Angst haben, dass die anderen Sie nicht mehr nett finden. Denn sobald Sie sich durchgesetzt haben, sind Sie für viele Männer eine Art blöde Zicke. Oder man gilt als bissig, als kleiner Kläffer. Die Kompetenz spielt auf einmal überhaupt keine Rolle mehr. Stattdessen: Was will die Kleine eigentlich. Nehmt alle Agressionsflächen weg, die Männer dazu bringen könnten, über die Form statt über den Inhalt zu streiten. Nächster Punkt: frei reden! Und ganz wichtig, die Stimme trainieren. Wenn wir Frauen aufgeregt sind, wird die Stimme immer höher und bekommt diesen keifenden Unterton." Indra Nooy, CEO PepsiCo "Verändere dich, bevor du dazu gezwungen bist. Konzentriere dich auf deine Stärken. Zahlen zählen. Aber entscheidend sind die Menschen. Gib zu, wenn du etwas nicht weißt. Wenn du dich verlaufen hast, bleib stehen und frag nach dem Weg." (Wirtschaftswoche 9.10.06) Agnès Touraine, ehemals CEO von Vivendi Universal Publishing: "Wir Frauen müssen entspannter werden, uns mehr zurücklehnen und darüber nachdenken, was wichtig ist und was nicht." (FTD, 13.09.06)


Tissy Bruns Foto: dpa Tissy Bruns, Vorsitzende der Bundespressekonferenz: "Ich würde heute jungen Frauen Folgendes raten: Erstens Bildung, zweitens sich den Kinderwunsch dann erfüllen, wenn man ihn hat, und fünf Jahre nicht drüber nachdenken. Das Vereinbaren von Familie und Berufstätigkeit ist eine wahnsinnig gute Schule für den Beruf. Erstens wird man zwangsläufig ein Organisationsgenie, Meister der Zeitökonomie und man lernt das, was man als verantwortlicher Chef auch können muss. Man muss irgendwie wissen, wo der Beruf seine Grenzen hat, was es alles noch anderes im Leben gibt, damit der Mensch vernünftig arbeitet und etwas davon hat." Sigrun Richter, Leiter Finanzdienstleiter New Source GmbH "(Frauen, die in Führungspositionen kommen wollen) sollten sich jemanden suchen, der sie fördert, und der sollte männlich sein. Und wenn sie mal was Gutes gemacht hat, dann sollte auch eine Frau darüber reden." (SZ, 5.08.06) Carolin Nordmeyer, Dirigentin "Diskutieren macht (..) keinen Sinn. Das Chefsein ist Gefühlssache und, zugegeben, sehr gründliche Vorbereitung." (Stern, 22.06.06)


Patricia Riekel (links) Foto: ddp Patricia Riekel, Chefredakteurin der „BUNTE“ "(Eine Frau) muss eine Vision haben und unbedingt wissen, was sie will. Und dann muss sie diese Sache auch höher stellen als viele andere Dinge. Sie muss sagen: Ich möchte da hinkommen. Sie muss sich sehr gut vernetzen und darf sich nicht nur mit Männern vernetzen. Wenn sie hübsch ist, dann soll sie das auch benutzen, aber sie soll sich nicht darauf verlassen, dass sie die Männer nach oben hieven, sondern sie muss vor allem schauen, dass sie mit Frauen in entscheidenden Positionen eine gute Beziehung aufbaut." Doris Höpke, Führungsebene der Münchner Rückversicherung: "Männer sagen meistens, ich will die Position xy in der Unternehmenshierarchie haben, Frauen sagen fast immer, ich würde mich für den Markt x oder das Thema y interessieren." Susi Brüschweiler, CEO der SV-Group (Schweiz) "Für uns Frauen ist die Identifikation mit der Arbeit oft das Wichtigste. Eher wandern Frauen in weiche Branchen ab oder gründen eine eigene Firma, als Konzessionen zu machen. Erst an zweiter Stelle kommen Statusfragen wie Hierarchiestufe, Anzahl der Mitarbeitenden, Umsatz und Gewinn im verantworteten Bereich. Dennoch müssen wir in den Männerzirkeln und Netzwerken vertreten sein, sonst verschließen wir uns vor einem unabdingbaren Teil der Geschäftswelt." (NZZ, 17.05.06) Loretta Würtenberger, Partnerin bei Blue Corporate Finance "Erfolg ist zu weiten Teilen das Ergebnis von Arbeit, und das bereitet nicht immer nur Freude. Um Erfolg zu haben und nach oben zu kommen, muss man sich reinknien können. Nicht ein paar Wochen oder Monate, sondern über Jahre." (FTD, 14.05.05) Recherche: roland-schulz und christina-kretschmer

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