Ringelpietz in Entenhausen

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Ringelpiez in Entenhausen Seinen 70. Geburtstag hat die Welt leider verpennt. „So wankelmütig ist die Gunst des Volkes“, könnte man Donald Duck an dieser Stelle zitieren. Vielleicht tröstet den Entenhausener ja die Tatsache, dass sich am 9. Juni der Süd-Niedersächsisch-Ost-Westfälisch-Lippische Stammtisch der Donaldisten ihm zu Ehren trifft – das ist der Tag, an dem der reizbarste Erpel der Welt sein 70-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Disneyland Paris holt zeitgleich die verpennte Geburtstagparty nach. Eigentlich hätte man ihm schon vor drei Jahren gratulieren müssen: 1931 wurde Donald erstmals namentlich erwähnt, im Disney-Buch „The Adventures of Mickey Mouse“. Am 9. Juni 1934 hatte er dann seine erste Nebenrolle in einem Zeichentrickfilm namens „The Wise Little Hen“. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Erpel zum Oskar-Preisträger, Kosmopolit und zum Genie, das ungefähr 27 Sprachen spricht. Auf Griechisch heißt er „Ntonalt Ntak“, auf Chinesisch „Lao Ya“. Und auf Färöisch Dunnaldur Dunna. Wenn das nicht schick ist. Das finden auch die die oben erwähnten Donaldisten. Dieser Verein ist ein Zusammenschluss von Leuten, die sich der Forschung und Lehre über Donald Duck und Entenhausen verschrieben haben. Sie nennen sich „Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus“, kurz „D.O.N.A.L.D.“. Ziel dieser Vereinigung: Die Verbreitung donaldistischen Sinnguts. In Deutschland haben die Donaldisten seit ihrer Gründung im Jahr 1977 zunehmend an Einfluss gewonnen. Sogar das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde von den Aktivisten des Vereins unterwandert. Das hat der Spiegel vor ein paar Jahren aufgedeckt. Man muss vielleicht dazu sagen, dass die zwei D.O.N.A.L.D.-Ehrenpräsidenten und Feuilleton-Redakteure der FAZ, der Historiker Patrick Bahners und der Philosoph Andreas Platthaus, nicht gerade unauffällig agierten beim Versuch der Verbreitung des donaldistischen Sinnguts: Oberhalb eines Artikels zum US-Unabhängigkeitstag war die Duck-Zeile „Hört sich an wie nahes Donnergrollen“ zu lesen. Und über der Rezension eines Reklame-Bildbandes prangte die Überschrift „Prickelwasser Entenwein, das ist billig und schmeckt fein“.

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