Sag mir, was du suchst, und ich sage dir, wie es dir geht: Der jetzt.de Google-Kalender

Wie geht es uns eigentlich? jetzt.de analysiert anhand von Google-Daten unsere Befindlichkeiten im Wandel der Jahreszeiten.
sascha-chaimowicz

Im digitalen Zeitalter werden Internet-Suchmaschinen mindestens so häufig zu Rate gezogen wie Freunde, Ärzte und Kochbücher. Wer wissen möchte, wie Kartoffelpuffer wirklich gehen, sieht kurz auf Google nach. Wer sich seit Wochen elend fühlt, recherchiert, ob die eigenen Symptome nicht doch den Tatbestand einer echten Depression erfüllen. Und bei wem es im Bett nicht klappt, der gleicht seine Sex-Flaute vielleicht durch Online-Verlustierungen aus. Demnach müsste man doch herausfinden können, wie es den Deutschen geht, indem man ihr Google-Verhalten auswertet. jetzt.de untersucht anhand von Google-Graphen, wer wann nach welchen Begriffen sucht.

Die Monate: Dezember bis Mitte Januar Die angesagten Suchbegriffe: Liebe, Porno, Sex Deutung: Während sich die Begriffe „Porno“ und „Sex“ im Dezember und Januar periodisch auf hohem Niveau entlangschlängeln, ist die Suche nach „Liebe“ offenbar eine Weihnachts-Sache. Geht man davon aus, dass die Online-Verlustierung ein Ersatz ist für die echte Liebe, ist der Jahreswechsel nicht die Zeit, um sich zu verlieben. Das schlechte Wetter hat die Menschen von den Straßen auf die Sofas getrieben, die kurzen Tage haben Nachtmenschen müde gemacht und die Weihnachtsferien haben der gerade-so-übers-Jahr geretteten Figur den Rest gegeben. Demnach logisch: Zu keinem Zeitpunkt im Jahr interessieren sich die Menschen so wenig für den Suchbegriff „Verhütung“. Übrigens: Besonders in den ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern suchen die Menschen zum Jahreswechsel nach Liebe und Online-Sex.


Die Monate: März, April und Mai Die angesagten Suchbegriffe: Hochzeit, Rosen, Brautkleid Deutung: Die Monate April und Mai sind traditionell Hochzeits-Monate. Das bestätigen auch die Google-Zahlen. Die Suchbegriffe „Hochzeit“ und „Rosen“ sind der Renner. Die Deutschen sind anscheinend für ihre Hochzeiten bestens vorbereitet: Das„Brautkleid“ erlebt als Suchbegriff in dieser Zeit seinen absoluten Tiefpunkt. Der Hochzeitswunsch wird womöglich von den gerade erst verteilten Valentins-Geschenken befördert, welche für die Deutschen offenbar tatsächlich sehr wichtig sind: Im Valentins-Februar suchen so viele Menschen nach Geschenkideen im Internet, wie sonst nur an Weihnachten. Übrigens: Während die Deutschen Valentinstag eher mit Geschenken verbinden, suchen die Amerikaner an Valentinstag am ehesten nach „Liebe“ – der Begriff wird im Februar mehr als doppelt so oft gegoogelt wie im restlichen Jahr.


Die Monate: Juli und August Die angesagten Suchbegriffe: Urlaub, Last-Minute, ADAC Deutung: Die Sommermonate Juli und August stehen voll im Zeichen des Last-Minute Sommer-Urlaubs. Der „ADAC“ wird im Juli mehr als doppelt so oft gesucht wie im restlichen Jahr. Nach „Praktika“ suchen um ein Viertel weniger Leute als im restlichen Jahr – es ist Reisezeit. Mit Flitterwochen beschäftigen sich Paare scheinbar vorwiegend in der Zeit der Zukunftsplanung: Dezember und Januar. Übrigens: Verkehrte Welt: In Australien sucht im Juli kaum jemand nach „Urlaub“ im Internet. Spitzenquoten erzielen Urlaubs-Begriffe im Dezember, dem Sommer der Australier.


Die Monate: Oktober, November Die angesagten Suchbegriffe: Depression, Psycho Das Wort „Depression“ wird zu keinem Zeitpunkt im Jahr so häufig gesucht als im November, kurz vor der Weihnachtssaison und dem Jahreswechsel. Nach Psychopharmaka suchen wir aber in weiser Voraussicht schon früher, nämlich im Oktober. Übrigens: Die meisten Suchanfragen zum Begriff „Depression“ stammen aus Berlin.

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