Schnipsel-Rückschau: Die beliebtesten Viral Videos 2008

Tanzende Babys, Nagetiere mit mörderischem Blick, TV-Moderatoren, die sich nicht im Griff haben: Die Website videogum hat aus den Millionen Youtube-Schnipsel die Schönsten Filme des Jahres 2008 gekürt
natalie-berner

„Kennst du

schon? Schau's dir mal an, endlustig!“ Typischer Satz einer schon fast zum Volkssport avancierten Lieblingstätigkeit aller Menschen mit Internetzugang. Das beliebtestes Objekt dieser Onlineunterhaltung: Viral Videos! Wie der Name, so auch das Prinzip: Gleich einer Virusinfektion, breitet sich ein besonders unterhaltender Clip im Netz aus. Wichtige Voraussetzung dabei: Mund- und Webpropaganda! Die amerikanische Website videogum.com vergibt jedes Jahr einen Award für die besten und beliebtesten Viral Videos. Besonders inspirierend scheint für einige Leute dabei die Beyonce Choreographie "Single Ladies" gewesen zu sein. Gleich mehrere Parodien und Kopien haben es in die Videomontage der Gewinner von videogum.com geschafft. Auf Platz eins wurde gewählt: US TV-Moderator Bill O’Reilly: Freude an der Arbeit!

Stundenlang kann man sich in dem breiten Angebot der Filmschnipsel verlieren, die überall in der Grenzenlosigkeit des Webs rumschwirren. Die Bekanntheit der Videos verläuft nach dem Dominossteinprinzip. In irgendwelchen Foren oder Blogs geposted, klicken und schauen es im Idealfall immer mehr Leute an. Sollte der Clip es irgendwann auf die „Most Viewed“ Liste von YouTube geschafft haben wird er zum Selbstläufer. Mehr und mehr Leute schauen ihn, schließlich müssen die unzähligen Klicks ja irgendwie ihre Berechtigung haben. So kommt es, dass plötzlich 106 Millionen Menschen den

Klassiker sehen. Das wären rein theoretisch etwa alle Menschen, die in Deutschland, Österreich, Belgien und in der Schweiz leben. Längst dienen Viral Videos nicht allein der Unterhaltung gelangweilter Internetsurfer, auch die Werbeindustrie hat den kommerziellen Nutzen dieser allein für das Internet bestimmten Videosequenzen entdeckt. Von herkömmlicher Werbung unterscheiden sich diese in der Regel dadurch, dass sie nicht auf den ersten Blick als solche zu identifzieren sind. Die Produktion ist kostengünstig und die Popularität wächst von alleine. Ein Videobeispiel in Auftrag gegeben von der Jeansmarke Levis. Eigentlich nett anzuschaun, nur stört der Gedanke, dass das Video eben nicht von coolen Typen einfach zum Spaß aufgenommen wurde, sondern einer sehr berechnenden und durchdachten Werbetrategie folgt. Laut einer Studie der Feedcompany wollen 70 Prozent der Werbeagenturen in Zukunft verstärkt auf Viral Videos setzen.

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