Schwere Jungs, eine Email-Konversation

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Die erste Mail, die man montags so schreibt Hey Yvonne, am Wochenende habe ich mindestens drei Leute getroffen, die „Schwere Jungs“, den neuen Rosenmüller-Film saulustig fanden und sich dem Vernehmen nach echt schlapp lachten. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber vorsorglich gesagt, dass sich schon der Titel anhört wie von diesem fetten Comedian mit den Pimmelwitzen ausgedacht - heißt der Axel? Oder aber wie ein früher Film mit Til Schweiger. Was ich aber eigentlich fragen will: Hast du nicht gesagt der Film wäre eine Katastrophe? Ich wusste nicht mehr genau warum, will's jetzt aber wissen, damit ich den Neuhausener Idioten (die ich ungerne mag) nächstes Mal cineastisch die Hosen ausziehen kann. Merci Max Die Antwort Der Film, lieber Max, ist ein echtes Ärgernis. Markus H. (das H. steht für seinen Heimatort Hausham - bayrische Nachtigall ick hör dir trapsen) Rosenmüller hat ja vor kurzem schon einen Film gedreht, es ging um Bayern, einen netten Buben und den Glaube an die Hölle. Ein ganz reizender Film, der im Kino bei mir um die Ecke immer noch und sehr erfolgreich läuft und der ganzen Familie einen beschwingten Abend beschert. "Schwere Jungs" nun ist eigentlich nichts weiter als die Fortsetzung von Rosenmüllers Herzensthema - seiner unfassbaren Liebe zu Bayern und seine (angeblich so pittoresk verrückten) Bewohnern. Stell dir "Schwere Jungs" wie eine Art "Das Wunder von Bern" vor, nur im Wintersport und bayrisch, dann bekommst du eine Ahnung von dem schwer erträglichen "Wir sind wieder wer"-Patriotismus, der dem Film immerzu als Grund-Kammerton begleitet. Die Handlung kurz: in Garmisch gibt es zwei konkurrierende Bob-Fahrer-Teams. Eine erfolgreiche (böse, kapitalistisch, hochdeutsch redend) und eine erfolglose (sympathische Verlierertypen, die viel saufen und immer vor ihren Frauen fliehen, bayrisch redend). Als 1952 wieder ein deutscher Vierer-Bob bei der Olympiade antreten darf, werden beide Teams nominiert und kämpfen dann in Norwegen oder Schweden gegeneinander. Zum Wohle des deutschen Volkes raufen sie sich am Ende doch noch zusammen. So weit, so doof. Dazu kommen zur Auflockerung noch ein paar Schwulen-Witze, die nicht einmal Grundschüler mehr lustig finden und eine Typen-Tümelei, die mir auch schon lange nicht mehr im Kino begegnet ist. Und? Schaust du ihn dir an? Beste Grüße aus dem Bluthochdruckgebiet, Yvonne Die Antwort Ah, kann ich mir vorstellen und deckt sich mit dem Trailer, den ich gesehen habe. Ist nicht eigentlich auch nach "Cool Runnings" die Underdog-Bobfahrer-Mitleidsmasche total durch? Rufen diese Bayern auch einen kultigen Spruch, bevor sie auf dem Lederhosenboden abrutschen? Und zum Schluss Es gibt einen Spruch, aber der ist so lahm, dass ich ihn, ehrlich gesagt, verdrängt habe. Ist das schlimm? Bestes, Yvonne Bild: dpa

  • teilen
  • schließen