So viel Spaß für wenig Geld

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In Deutschland stöhnt jeder darüber, dass München so teuer ist. Im weltweiten Vergleich gesehen sind die Münchner Preise aber fast noch human: Das Dienstleistungsunternehmen Mercer untersucht jedes Jahr, in welchen Städten die Lebenshaltungskosten für ins Ausland entsandte Mitarbeiter am höchsten sind. München ist zwar die teuerste deutsche Stadt, aber international nur auf Rang 47. Platz eins gehört Tokio. Wir haben die besten Tipps für Tokio und andere teure Pflaster gesammelt. Philipp (23) aus Sindelfingen hat ein Semester an der Sorbonne in Paris studiert. Sein monatliches Budget: 350 Euro

Bild: privat „Wer als Student nach Paris kommt, kann Wohnungsgeldhilfe beantragen. Das macht normalerweise etwa ein Drittel der Miete aus. Dafür muss man sich allerdings auf einen Bürokratie-Krieg mit der Behörde Caisse d’Allocations Familiales gefasst machen. Unterlagen mehrmals einreichen, alles brav ausfüllen, mal wieder anstehen und nochmal fragen und irgendwann wird schon was kommen... Bei mir hat’s funktioniert. Beim Kiosque Jeune gibt’s für jüngeres Publikum Theaterkarten für lau, frühestens drei Tage vor der jeweiligen Aufführung. Damit macht der Pariser die Plätze voll. An den Unis gibt es meistens einen so genannten Club Culturel, der einen auch mal Tschaikowskis Nussknacker in der Nouvelle Opera gratis sehen lässt. Als Student kommt man auch günstiger ins Kino: An der Kasse kann der Studentenausweis zwischen zwölf oder sechs Euro Eintritt entscheiden! Wenn man nicht unbedingt 15 Euro aufwärts Clubeintritt zahlen will, kann man sich per E-Mail in die Gästeliste eintragen. Das geht zum Beispiel im Showcase unter der Pont Alexandre III. Im Mixclub beim Tour Montparnasse ist donnerstags Erasmus-Party: Alle Nicht-Franzosen kommen gratis rein. Überhaupt und vor allem im Winter eine tolle Sache für junge Leute: der Louvre! Ist beheizt, bietet viele Sitzgelegenheiten und ist freitags bis 22 Uhr geöffnet. Man kommt sogar umsonst rein, wenn man unter 25 Jahre und EU-Bürger ist. In diesem Fall einfach unten mit der Metro rein, um die Schlange oben an der Pyramide zu umgehen, Personalausweis vorzeigen, fertig. Wenn der Paris-Aufenthalt länger dauert, ist eine Carte Imaginaire zu empfehlen. Das ist eigentlich ein Metro-Ticket und kostet im Jahr 300 Euro. Unter der Woche gilt sie nur für die Zonen eins und zwei, also die Innenstadt. Am Wochenende kann man aber alle sieben Zonen kostenlos nutzen und zum Beispiel nach Versailles fahren. Außer Metro-Fahren kann man mit der Carte Imaginaire auch noch satte Rabatte einstreichen, zum Beispiel bei Adidas, Celio, im Kino und bei McDonald’s. Essenstechnisch ist es eine bittere Wahrheit, dass McDonald’s fast jedes selbstgekochte, nicht allzu spartanische Essen preislich unterbietet. Wer allerdigs sucht, der findet auch kleine und gute Thai- oder Curry-Küchen. Bestes Indiz für eine gute Küche: viele Gäste der dazugehörigen Nationalität. Zu empfehlen ist Chinatown beim Place d´Italie.“ Auf der nächsten Seite: Tipps für Tokio. Die 22-jährige Remi erzählt, wie man in Japans Hauptstadt Geld spart.


Remi (22) aus Köln war zum Studieren und Arbeiten in Tokio. Ihr monatliches Budget: 450 bis 500 Euro

Bild: privat „In Tokio gibt es überall 100-Yen-Shops – und die sind nicht so ramschig wie die 99-Cent-Shops in Deutschland! Man findet hier so ziemlich alles: Handtücher, Essstäbchen, Besteck, Zahnbürsten... Es gibt auch extra Shops für Lebensmittel. Das Meiste kostet auch wirklich nur 100 Yen, also etwa knapp einen Euro. Im normalen Supermarkt hat man natürlich mehr Auswahl, aber ich kenne Leute, die ein halbes Jahr lang nur in 100-Yen-Shops eingekauft haben. Wenn man abends was trinken gehen will, gibt es die berühmten 300-Yen-Bars, in denen ein Bier nur 300 Yen kostet. Alle anderen Getränke sind aber meistens teurer. Statt für 18 Euro ins Kino zu gehen kann man sich billig eine DVD ausleihen. Je nachdem wie neu der Film ist, zahlt man ungefähr einen Euro pro DVD. Manche Sehenswürdigkeiten in Tokio sind umsonst: Zum Beispiel darf man kostenlos in den Garten des Kaiserpalasts. Wir haben immer im Internet nachgeschaut, welche Museen und Sehenswürdigkeiten billig sind. Für Ausländer gibt es relativ günstige Zugtickets, mit denen man in einem bestimmten Zeitraum mit fast allen Zügen durch Japan fahren kann. Wir haben uns beim Reisen Unterkünfte über Couchsurfing gesucht. Dann kennt man auch gleich jemanden, der die Stadt zeigen kann oder der weiß, welche Museen günstig sind.“ Auf der nächsten Seite: Günstig Leben in New York. Die Tricks von Philipp


Philipp (24) aus Lüdenscheid studiert ein Jahr VWL in New York. Sein monatliches Budget: 750 Euro

Bild: Steffen Schulte-Lippern „Was ich in New York gelernt habe ist das Handeln. Die Leute haben immer einen Discount, geben zum Beispiel im Restaurant zehn oder 20 Prozent Rabatt auf ein Menu, wenn man den Studentenausweis vorzeigt. Oft gibt es Angebote für Stammkunden, Lunch-Specials, All-You-Can-Eat und Happy Hours. Außerdem ist das Internet ganz wichtig: Wir haben zum Beispiel eine Facebook-Gruppe gegründet, bei der jeder eintragen kann, wo es ein gutes Restaurant gibt, was es dort gibt und wieviel das Essen kostet. Viele Läden haben auch selbst Facebook-Seiten und bieten ihren Fans Vergünstigungen, zum Beispiel bekommt man immer umsonst Cola zum Essen. Günstig Einkaufen kann man in den kleinen Eckläden. Da gibt’s alles zum täglichen Gebrauch: Gemüse, Getränke, Toilettenpapier und so weiter. Wirklich günstig sind Klamotten: eine Levis-Jeans für 39 Dollar oder Chucks für 35 Dollar, das ist schon spottbillig! Wenn man wie ich als Austauschstudent hier ist, sollte man mal im International Office nach Rabatt-Angeboten fragen. Über meine Uni bekomme ich zum Beispiel 20 Prozent Discount auf Broadway-Shows oder billigere Tickets für Basketball-Spiele. Auf der Straße wird man oft von Promotern angesprochen, die Leute für Testscreenings für neue Filme suchen. So kommt man umsonst ins Kino. Das Wichtigste ist es aber, die Stadt zu erforschen und mit den Leuten zu reden. So erfährt man von den besten Angeboten für Clubs und Bars und Geheimtipps zum Einkaufen.“ Wie Aline in London Geld spart, verrät die 23-Jährige auf der nächsten Seite.


Aline (23) aus Regensburg macht ihren Master in Medien und Kommunikation in London. Ihr monatliches Budget: 400 Euro

Bild: privat „Für alle Studenten gibt es hier in London die Student Oyster Card. Man kann sie bei seiner Universität beantragen und bekommt damit Rabatte im Nahverkehr. Im Supermarkt gibt es immer Angebote wie drei Päckchen Nudeln zum Preis von einem. Kleidung von H&M ist hier noch billiger als in Deutschland. Der Pfundkurs ist im Moment nämlich relativ günstig und die Preise sind noch nicht angepasst worden. Die Friseur-Kette Toni & Guy bietet viele Sondertarife an. Wenn man sich die Haare zum Beispiel von einem Auszubildenden schneiden lässt, kostet das sehr wenig. Wenn’s daneben geht, schneidet der Stylist nach. Museen und Ausstellungen sind meistens kostenlos. Wenn ich mir ein Musical anschauen will, kaufe ich die Karten direkt am Spieltag – dann sind sie besonders günstig. Weggehen ist hier relativ teuer. Aber als Frau bekomme ich in vielen Clubs vor Mitternacht freien Eintritt.“

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