Sollte man doch noch sehen: "Nichts als Gespenster"

Martin Gypkens melancholische Verfilmung des Bestsellers von Judith Hermann, läuft seit einer Woche in den deutschen Kinos- mit geringem Erfolg. Das erstaunt, denn der Film ist großartig.
sascha-chaimowicz

„Nichts als Gespenster“ portaitiert anhand von fünf Reisen junger Menschen eine rastlose Generation, die ständig unterwegs ist, jedoch nie irgendwo ankommt. Venedig, Jamaika, Berlin, Island oder die staubigen Straßen von Nevada- die Ziele sind verschieden, die Probleme der Reisenden sind dieselben. Es geht um Liebe und Sehnsucht, Vertrauen und Angst. Wir begegnen auf den Reisen Menschen, die in der Ferne nach sich selbst suchen und erkennen müssen, wie sie sich auch in größter Distanz zu ihrer Heimat von ihren Problemen verfolgt fühlen. Die Reisen erzählen von unerfüllten Erwartungen und Sprachlosigkeit: Ellen und Felix, ein Paar auf einer USA-Rundreise, haben sich am Schluss der Reise kaum noch etwas zu sagen. Christine sehnt sich auf Jamaika einen Hurrikan herbei, um überhaupt noch etwas zu spüren. Marion besucht ihre Eltern in Venedig und begegnet dabei verborgenen Trieben und Sehnsüchten. Martin Gypkens lässt die fünf Episoden zu keinem Zeitpunkt aufeinandertreffen. Der emotionale Schluss bleibt offen und birgt nicht viel Hoffnung. Gypkens hat es geschafft, mit namhaften Jungschauspielern wie Jessica Schwarz, August Diehl, Brigitte Hobmeier und Fritzi Haberland den Film bestens zu besetzen. Wer diesen gefühlvollen Episodenfilm noch nicht gesehen hat, dem sei der Gang ins Kino wärmstens empfohlen.

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