Superman ist tot

Als die Oscars verliehen wurden, 1996, im März, hatten sie ihn eingeladen.
roland-schulz

Als die Oscars verliehen wurden, 1996, im März, hatten sie ihn eingeladen. Er fuhr auf die Bühne, im Rollstuhl, und sagte: "Es gibt keine Herausforderung, gleich welcher Art, die wir nicht annehmen könnten." Der Applaus wollte dann kein Ende mehr nehmen, und noch heute wird diese seine Rede als legendär bezeichnet. Dabei hatte er nur gesagt, wie es ihm so geht. Einst war er der Superheld der Superhelden gewesen - Superman. Christopher Reeve verkörperte diese Rolle wortwörtlich, und umso schlimmer war es daher, als er seinen Körper 1995 nach einem Reitunfall nicht mehr benutzen konnte: Er hatte sich den Hals gebrochen und war vom Nacken abwärts gelähmt. Danach begann sein Kampf, der ihn in Amerika erst recht zum Helden werden ließ: Mit einem harten Übungsprogramm schaffte er es, wenigstens ein winziges Stückchen Gewalt über seinen Körper wiederzuerlangen - ein paar Stunden ohne die Hilfe einer Maschine zu atmen, oder Berührungen zu fühlen. "In der Lage zu sein, eine leichte Berührung zu spüren, ist ein solches Geschenk", sagte er darauf. Er setzte sich für die Belange von Behinderten ein, gründete eine Stiftung für Paralyse-Kranke, schrieb seine Autobiographie. Der Titel: "Nicht ist unmöglich". Jetzt ist Christopher Reeve gestorben.

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