Unsere 100 Bücher

Heute ist Welttag des Buches. 100 davon besitzt jeder Deutsche im Schnitt. Wir haben mal geschaut, was in unseren Regalen so steht. Eine höchst subjektive Liste von Musil bis Mickey Mouse
jetzt-redaktion

An diesem Freitag ist der Welttag des Buches. Zu diesem feierlichen Anlass ist auch eine Studie aufgetaucht, laut der ein Deutscher im Durchschnitt genau 100 Bücher besitzt. Eine gute Zahl. Aber bei Bücher geht Qualität vor Quantität und deswegen haben wir die 100 Bücher zusammengetragen, die uns bisher das Leben schöner, wilder, leichter oder verständlicher gemacht haben. Hier ist sie: Unsere Lesenswert-Liste zum Welttag des Buches.

Jörg Fauser, Rohstoff Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm / Rheinsberg Selim Özdogan, Es ist so einsam im Sattel seit das Pferd tot ist Thomas Glavinic, Wie man leben soll Benjamin Lebert, Crazy John Toole, Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten Matias Faldbakken, The Cocka Hola Company Benjamin von Stuckrad-Barre, Soloalbum Jerome Salinger, Der Fänger im Roggen Erich Kästner, Fabian Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe Nick Hornby, High Fidelity Jonathan Lethem, Du liebst mich, du liebst mich nicht Thomas Bernhard, Der Untergeher Lion Feuchtwanger, Erfolg Oskar Maria Graf, Das Leben meiner Mutter Erwin Wurm, Erwin Wurm-The artist who swallowed the world Chris Anderson, Kostenlos - Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internet Der Duden, 12 Bde., Bd.1, Duden Die deutsche Rechtschreibung Sarah Khan, Gogo-Girl Siegfried Lenz, Die Deutschstunde Frédérik Beigbeder, 39,90 Jamie Oliver, Meine Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterrezepte Albert Camus, Der Fremde Walter Kempowski, Echolot Heinz Strunk, Fleisch ist mein Gemüse Max Frisch, Montauk Georg M. Oswald, Im Himmel Antoine de Saint-Exupérie, Der kleine Prinz Thomas Mann, Die Buddenbrooks Yasmina Reza, Kunst Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins Robert Gernhardt, Wörtersee Sibylle Berg, Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot Helme Heine, Die Perle Marie Pohl, Maries Reise Wolfgang Büscher, Berlin-Moskau Miranda July, No one belongs here more than you Lawrence Lessig, Freie Kultur - Wesen und Zukunft der Kreativität Andreas Steinhöfel, Die Mitte der Welt T.C. Boyle, Grün ist die Hoffnung James Joyce, Ullysses Vladimir Nabokov, Lolita Clemens Meyer, Als wir träumten Judith Hermann, Sommerhaus, später Michel Houellebecq, Elementarteilchen Hermann Hesse, Der Steppenwolf Nick McDonell, Zwölf Bertolt Brecht, 100 Gedichte Christian Kracht, Eckhart Nickel, Ferien für immer dtv: Atlas der Weltgeschichte Maria Hofmann und Helmut Lydtin, Bayerisches Kochbuch Martin Walser - Ehen in Philippsburg Christoph Tannert, Neue deutsche Malerei Lustiges Taschenbuch 1, Der Kolumbusfalter Hermann Hesse, Siddharta Silke Burmester, Das geheime Tagebuch der Carla Bruni Rosamunde Bell, Yoga für jeden Tag Lucian Freud, Lucian Freud 1996-2005 Lonely Planet, Central America Kenneth Graham, Der Wind in den Weiden Christian Kracht, Faserland Sylvia Plath, Die Glasglocke Wolfgang Tillmans, Wolfgang Tillmans Joseph Roth, Radetzkymarsch Jonathan Safran Foer, Alles ist erleuchtet Thomas Mann, Wälsungenblut Thomas Kapielski, Davor kommt noch Max Goldt, Die Radiotrinkerin Wolf Haas, Der Knochenmann Fischli & Weiss, Findet mich das Glück? Bernhard Roetzel, Handbuch der Klassischen Herremode Eckhardt Henscheid, Trilogie des laufenden Schwachsinns Franz Kafka, Der Process Walter Kempowski, Tadellöser&Wolff Henry Miller, Stille Tage in Clichy Eduard von Keyserling, Wellen Charles Bukowski, Der Mann mit der Ledertasche Hubert Selby, Last Exit Brooklyn Bret Easton Ellis, Unter Null Tom Hodgkinson, Anleitung zum Müßiggang Sue Townsend, Die Tagebücher des Adrian Mole Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen Heinrich Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull Longman Dictionary of Contemporary English Truman Capote, Kaltblütig Tschingis Aitmatov, Dshamilja Joey Goebel, Vincent Lorrie Moore, Pepsi Hotel Jim Davis, Garfield, Band 1-.... F. Scott Fitzgerald, Ein Diamant so groß wie das Ritz Jane Austen, Stolz und Vorurteil Ian McEwan, Der Zementgarten Astrid Lindgren, Ferien auf Saltkrokan Cees Nooteboom, Allerseelen Harry Mulisch, Die Entdeckung des Himmels Diercke, Weltaltlas

Welche Bücher fehlen dir in dieser Liste? Schreib's drunter! Wer von den jetzt.de-Redakteuren bestimmte Bücher ausgewählt hat und warum, das steht auf den nächsten Seiten.


christina-waechter über: Lorrie Moore, Pepsi Hotel Moore habe ich ganz zufällig entdeckt und sehr geliebt für ihre Kurzgeschichten randvoll angefüllt mit neurotischen Menschen, die auf Partys linkisch in der Ecke stehen und zu viel von sich selbst preisgeben. F. Scott Fitzgerald, Ein Diamant so groß wie das Ritz Schon wieder Kurzgeschichten, diesmal vom großen Fitzgerald – wunderbar und mit sehr viel Reichtum. Jane Austen, Stolz und Vorurteil Das Gute an Jane Austen: Man liest einen echten Klassiker und kann dabei gleichzeitig sehr romantisch vor sich hin seufzen und sich vorstellen, wie man Blumenwiesen abwärts läuft und dem edlen Helden in die Arme fällt.

Ian McEwan, Der Zementgarten Mit diesem Buch begann für mich eine McEwan-Phase, die bis heute deutliche Spuren in meinem Bücherregal hinterlassen hat. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ dirk-vongehlen über: Jamie Oliver, Meine Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterrezepte Weil man mit einem Kochbuch von Jamie Oliver nichts falsch machen kann Jörg Fauser, Rohstoff Der Vater der so genannten Pop-Literatur.

Nick Hornby, High Fidelity Wenn Fauser der Popliteratur-Vater ist, ist Hornby der lustige englische Onkel, der alles, was man unter dem Titel der Gegenwartsliteratur über Fußball, Musik und Listen findet, vorweg genommen hat. Matias Faldbakken , The Cocka Hola Company Nein, es geht nicht um Pornographie, auch wenn das Buch scheinbar davon handelt. Faldbakken tut das, was man früher wohl mal Gesellschaftskritik nannte Max Frisch, Montauk Toller Ort, toller Autor, tolles Buch! Thomas Bernhard, Der Untergeher Wegen und gegen Österreich. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ mercedes-lauenstein über: Marie Pohl, Maries Reise Im Jahr 2000 möchte Marie Pohl um die Welt reisen und ein Buch darüber schreiben. Sie verfasst ein Exposé und schickt es an das Magazin Stern. Die finden das gut und so entsteht die nahegehende Geschichte eines schlauen, 20-jährigen Mädchen voller Mut, Neugierde und Lebenslust auf Reisen.

Wolfgang Büscher, Berlin-Moskau Wolfgang Büscher läuft einfach los. Von seiner Haustür in Berlin nach: Moskau. Ganz allein. Er braucht drei Monate bis er an seinem Ziel angekommen ist und erlebt auf seinem Weg ziemlich viel Leere, Naturgewalt und menschliche Rohheit. Weil er sein Erleben aber mit einer so farbigen, direkten Sprache transportiert, glaubt man die ganze Reise über hinten in seinem Rucksack zu stecken, live. Eduard von Keyserling, Wellen Eine verwickelte Liebesgeschichte in den 20er Jahren – Aristokratie vs. Künstlertum und die Frau in der Gesellschaft. Am deutschen Ostseestrand. Unspektakulär aber trotzdem ungewöhnlich, weil so schön pastellfarben und sehnsüchtig aufgeschrieben. Miranda July, No one belongs here more than you Irgendwelche Menschen leben irgendein Leben. Normal, eigentlich. Miranda July aber klettert in sie alle hinein und erzählt unaufgeregt und treffend, wie schockierend brutal und gleichermaßen rührend liebenswert diese Menschen sind. Also, wir alle. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ anna-kistner über: Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins Sehr viel Sex zwischen den Zeilen und auf jeder Seite einmal, aber trotzdem eine unendlich berührende Geschichte. Irgendwie so wie man sich die ganz große Liebe insgeheim immer vorstellt. Robert Gernhardt, Wörtersee Die schönsten Dinge mit Wörtern, konnte schon immer Robert Gernhardt machen. Zum Beispiel so: »Bilden Sie mal einen Satz mit pervers - Ja, meine Reime sind recht teuer: per Vers bekomm ich tausend Eier.« Sibylle Berg, Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot Richtig zum totlachen sind Sibylle Bergs Kurzgeschichten dann doch nie. Meist enden sie ziemlich grausam und enthalten mindestens einen Satz, den man sich rot unterstrichen über den Schreibtisch, das Bett oder die Haustüre hängen möchte.

Frédérik Beigbeder, 39,90 Werbung ist böse und Werber sind schlechte Menschen. Keine besonders gewagte These, die dann aber doch recht mitreißend und wahnsinnig beeindruckend formuliert um die Ecke kommt. Albert Camus ,Der Fremde Was ist noch mal der Sinn des Lebens? Wer den Fremden liest, kann sich anschließend herrlich über allerhand existentielle Fragen den Kopf zerbrechen. Heinz Strunk, Fleisch ist mein Gemüse Eigentlich eine unendlich traurige Geschichte, die vermutlich deshalb so großartig komisch ist. Übrigens eines dieser Bücher, das sich auf der Leinwand nur halb so lustig präsentiert, als es sich in Wirklichkeit liest. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ philipp-mattheis über: Nick McDonell, Zwölf Reiche New Yorker Jugendliche nehmen Drogen. Wirkt ziemlich hingerotzt, weil alles im Präsens geschrieben ist, aber am Ende passt alles zusammen. Hermann Hesse, Siddharta Der Klassiker für die große Orientierungslosigkeit zwischen 16 und 22 Hermann Hesse, Der Steppenwolf Der Klassiker für das große Selbstmitleid zwischen 16 und 22 Michel Houellebecq, Elementarteilchen Endlich kapieren, um was bei Sex wirklich geht. Alle Illusionen verlieren und auf die Romantik scheißen. Danach merken, dass es doch nicht sooo traurig ist.

Christian Kracht, Eckhart Nickel, Ferien für immer Arrogant, schnöselig, elitär – aber trotzdem würde man gerne mit so viel Geld auf die Andamanen oder Pakistan fliegen. Judith Hermann, Sommerhaus, später Mit Freunden auf der Terrasse sitzen, trinken, rauchen, über Beziehungen reden, rauchen, über Gefühle reden, rauchen, sich sehr erwachsen fühlen, noch eine rauchen, Übelkeit verspüren. Georg M. Oswald, Im Himmel Wichtig für alle Münchner und Umlandkinder, um zu kapieren, was hinter diesen gutaussehenden Schnöseln mit Polohemden vom Starnberger See steckt. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ max-scharnigg über: Christian Kracht, Faserland Erklärt dankenswerterweise die 90er-Jahre und die Popkultur, setzt Maßstäbe in Bekleidungsfragen und in Sachen Umgangsformen reicher Kinder. Selim Özdogan, Es ist so einsam im Sattel seit das Pferd tot ist Das beste Özdogan-Buch, nie wurde Liebeskummer mit solcher Radikalität und schlimmschöner Wucht beschrieben. Aua, sagt man, wenn alles vorbei ist. Benjamin von Stuckrad-Barre, Soloalbum Immer noch lesenswert, wie pointiert die deutsche Gegenwart der 90er hier an die Wand geklatscht wird und nebenbei noch der ganze immergleiche Liebes- und Jungsmusikkram abgehandelt wird. Pflichtlektüre für alle Schubladendenker. Sylvia Plath, Die Glasglocke Ein Klassiker zum Thema Erwachsenwerden. Ungeheuer schön und schmerzvoll.

Bernhard Roetzel, Handbuch der Klassischen Herrenmode Frauen können ja anziehen was sie wollen. Männer auch, aber davor müssen sie es erst mal lernen. Ein Buch das niemals belehrt, in dem man stundenlang blättert und aus dem man einige sehr kluge Sache für Situationen mitnimmt, in denen man sich falsch und unfein vorkommt. Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm / Rheinsberg Die berührendsten Liebesgeschichten überhaupt, in denen der große Sprachmeister so klein und zärtlich aufschreibt, wie wir uns heute beim Verliebtsein immer noch benehmen. Thomas Mann, Wälsungenblut Eigentlich meine liebste kleine Thomas-Mann-Geschichte, diese gewitterzarte Schilderung von Geschwisterliebe in München. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ katharina-bitzl über: Maria Hofmann und Helmut Lydtin, Bayerisches Kochbuch Hirnschöberl, Hefezopf oder die fachgerechte Zerlegung eines Hasen, hier findet man Rezepte und Anleitungen zu fast allem.

Christoph Tannert, Neue deutsche Malerei Die schönen Abbildungen anschauen, ein bisschen Bildunterschriften lesen und auf jeder Arty-Party in Berlin-Kreuzkölln mitreden können. Erwin Wurm, Erwin Wurm-The artist who swallowed the world Ein Österreicher und seine skurile Kunst. Dieses Buch ist kein „Coffeetable Book“ , es will gelesen werden. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ klara-jaeger über:

Jim Davis, Garfield, Band 1-... Mit diesem Kater steht man gerne auf – mit bösartigen Witzen und subtilem Zynismus sind sogar Montagmorgen erträglich. Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull Endlich mal ein unterhaltsamer Klassiker, „Catch me if you can“ -ähnlich. Longman Dictionary of Contemporary English Relikt aus Studientagen, unverzichtbar, etwa um Synonyme für „Herztransplantation“ zu finden. Heinrich Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum Ein Klassiker aus der Schulzeit, der mich nachhaltig beeindruckt hat. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ peter-wagner über: Truman Capote, Kaltblütig Na klar, das große erste Beispiel für sensationelle Non-Fiction. Erschüttert war ich nur, als ich nachher mitbekommen habe, dass seine Freundin Harper Lee einen ziemlich großen Anteil der Recherchearbeit übernommen hatte. Tschingis Aitmatov, Dshamilja Ich mag Liebesgeschichten. Die hier? Wow. Joey Goebel, Vincent Ein Medienunternehmer züchtet einen Autor und lässt ihn absichtlich leiden, weil angeblich nur aus dem Leiden Kunst entsteht. Sollte man zweimal im Regal stehen haben. Einmal zum Verleihen, einmal zum Wiederlesen.

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