Vincent Knallo und die Wehrmacht

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Illustration: Julia Schubert

www.vgmerchandise.com Vincent Gallo braucht Geld. Oder Ärger. Auf seiner Website vgmerchandise.com verkloppt der multitalentierte Sänger/Schauspieler/Regisseur/Motorradfahrer nicht nur eine alte jetzt-Ausgabe, sondern auch allerlei andere Memorabilia. Besonders pikant: Für eine Million Dollar kann man Mr. Gallo Sperma kaufen, um damit eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Gallo garantiert, so lange und oft zu liefern, bis die Befruchtung erfolgreich ist. Auf Wunsch führt der selbsternannte Superhengst die Besamung auch auf herkömmliche Art durch. Das kostet dann allerdings noch einmal eine halbe Million Dollar extra, bei Vorlage von Fotos ist Vincent Gallo allerdings unter Umständen bereit, diese Zusatzgebühr zu erlassen. So weit, so lustig. Ätzend wird der PR-Stunt des unbescheidenen Tausendsassas, wenn Gallo erklärt, dass er seinen Saft ungern einer schwarzen Frau zur Verfügung stellen würde. Ja es wird sogar ein Arier-Rabatt von 50 000 Dollar gewährt, wenn die Bestellerin blonde Haare und blaue Augen hat – oder verwandtschaftliche Beziehungen zu deutschen Wehrmachtssoldaten nachweisen kann. Einen jüdischen Stammhalter könnte sich Gallo jedoch auch sehr gut vorstellen, denn Juden würde in der amerikanischen Entertainment-Industrie ja eine Vorzugsbehandlung zuteil und somit die Chancen auf einen Oscar erheblich höher. Schon klar, alles Kunst, Satire und kranker Gallo-Style - aber eigentlich sollten solchen billigen Provoschwachsinn doch nur Leute wie Rammstein nötig haben.

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