Warum sich Australier im November `nen Schnauzer stehen lassen

Jedes Jahr im November tragen sich in Australien merkwürdige Dinge zu: Viele Männer lassen sich in diesem Monat einen Schnurrbart wachsen. Warum? Eine Antwort in zehn Teilen.
stefan-winter

1. Bei der Aktion mit dem Namen "Movember" geht es um Schnauzbärte und um Männer-Gesundheit. Um diese scheinbar entfernt liegenden Pole zu verbinden, startet immer im November eine besondere Charity-Aktion: Männer rasieren sich einen Monat lang nicht und machen damit auf die Gefahr, an Prostata-Krebs zu erkranken aufmerksam.

2. Männer, die mitmachen werden Mitglied der "Republic of Movember" und registrieren sich auf der Website, um dort ihr Bartwachstum zu dokumentieren. Durch ihr verändertes Aussehen im Laufe des Movembers geben die so genannten "Mo Brothers" der Krebs-Vorsorge ein Gesicht.

3. Darüber hinaus wird mit den Schnauzbärten auch Geld eingesammelt: Es gibt Schnauzbart-Sponsoren und große Gala-Partys, die am Ende des Movembers gefeiert werden. 4. Die Idee zum Movember stammt ursprünglich aus Australien. Dort beging man vor vier Jahren erstmals einen Movember. Der Name leitet sich von einer australischen Slang-Form für den Schnauzbart namens „Mo“ ab. 5. In zahlreichen Ländern folgte man dem australischen Beispiel im Kampf gegen den Krebs. Die Movember-Organisation hat ihren Sitz in Sydney, mittlerweile gibt es aber Büros in Spanien, England, Neuseeland, Kanada und in den Vereinigten Staaten. Dort wird in diesem Jahr erstmals der Movember begangen. Auf der nächsten Seite erfährst du, wie auch Frauen (ohne Damenbart) die Idee unterstützen können und was das "Wall Street Journal" darüber denkt.


6. Die Movember-Organisatoren haben mit ihrer Verneigung vor dem männlichen Schnauzbart nach eigenen Angaben bereits 8,5 Millionen Dollar eingenommen, die in den jeweiligen Ländern zur Krebsvorsorge eingesetzt werden. 7. Die Movember-Kampagne in Neuseeland wirbt mit diesem Film bei YouTube für ihr Anliegen:

8. Da in diesem Jahr auch in den USA der "Movember" begangen wird, berichtet auch das Wallstreet Journal über die Bewegung – und bringt dabei Erstaunliches zu Tage: Keiner der Chefs der zehn wichtigsten „Fortune 500“-Firmen in den USA trägt Schnauzbart. Sie könnten also alle am Movember teilnehmen. 9. Auf der Website gibt es einen eigenen Souvenir Shop, in dem tolle Movember-Produkte wie die Bärte zum Umhängen verkauft werden (nächstes Foto). So können auch Frauen die Bewegung unterstützten - als so genannte Mo Sistas.

10. In Deutschland ist der Movember bisher noch nicht sonderlich populär. Das kann aber noch werden – bisher wurde die Republic of Movember in jedem Jahr erweitert. Vielleicht kommt im kommenden Movember auch Deutschland dazu.

Text: stefan-winter - Fotos: privat, dpa

  • teilen
  • schließen