Was ist übrig vom Mythos Che?

Am 9.Oktober 1967 wurde Che Guevara erschossen. Bis heute ist sein Konterfei beliebtes Motiv auf Postern und T-Shirts. In einer Umfrage wollten wissen, wie viel übrig ist vom Mythos Che, Viva la Revolution und Baskenmütze
thomas-steierer

[b]Max, 21 Jahre, München (mit Cousin Daniel, 18, rechts)[/b] "Ich habe vor einiger Zeit den Film „Die Abendteuer des jungen Che“ gesehen, weiß zwar wer es ist, habe aber keine besondere Beziehung zu ihm. Ein Che-Shirt würde ich deswegen auch nicht anziehen. Mein Vorbild seit langem ist Michael Jackson. Sein Performance-Stil ist bis heute unerreicht. Besonders imponierte mir, dass er mit „Black or White“ das Rassimus-Problem in den USA angesprochen hat."


[b]Stefanos, 22 Jahre, Rhodos[/b] "Che ist für mich nach wie vor Vorbild. Sein unermüdlicher Einsatz für umfassende Gerechtigkeit beeindruckt mich schon sehr. An ihm und seinen Idealen kann man sich orientieren. Die Welt wäre gerechter, wären mehr Menschen wie Che Guevara. Wenn man ihn in Bolivien nicht ermordet hätte, wäre durch ihn sicher noch viel Weiteres zum Guten verändert worden."


[b]Theresa, 25 Jahre, München[/b] „Che Guevara wird total glorifiziert. Da hat doch keiner einen richtigen Bezug mehr dazu. Die Leute rennen mit seinem Bild auf dem T-Shirt rum, aber die wenigsten haben eine Ahnung, was es genau damit auf sich hat. Ich bewundere eher Leute wie Helmut Schmidt. Soweit ich weiß war der ausnahmsweise nicht korrupt. Und er stand, wie Che Guevara, auch voll hinter seiner Sache. Ein T-Shirt von ihm tragen würde ich wohl trotzdem nicht."


[b]Kevin, 24 Jahre, Texas[/b] „Che Guevara? Freiheitskämpfer, Kuba. Mehr fällt mir nicht ein. One country’s patriot is another country’s terrorist – sagt man bei uns. Was Che Guevara getan hat war auch ziemlich brutal. Das wird oft ignoriert. Politische Vorbilder habe ich wenig. Obama vielleicht, auch wenn’s platt klingt. Ich orientiere mich aber eher an Freunden und meiner Familie.“


[b]Conny, 22 Jahre, München[/b] Zu Che Guevara fallen mir die Schlagwörter Kuba, Kommunismus und Revolution ein. Eher nicht so mein Fall. Heute wird er penetrant vermarktet, ohne dass die meisten Konsumenten wahrscheinlich überhaupt wissen, wer überhaupt dahintersteckt. Das finde ich daneben. Mein derzeitiges Vorbild ist der erste Bundeskanzler Adenauer, meiner Meinung nach der stärkste Kanzler bisher.


[b]René, 63 Jahre, München[/b] „Ich hatte einen Volksschullehrer, der hat Che Guevara mal getroffen. Das hat mich ziemlich beeindruckt als Kind. Ich bewundere heute noch, dass er nicht käuflich war und sich für die Campesinos eingesetzt hat. Schade um ihn und seine Idee. Er war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort, wie man so schön sagt.“

Text: thomas-steierer - Fotos: Thomas Steierer

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