Wenn CDs nix mehr einbringen: So ist im Musikgewerbe noch Geld verdient

"Live Nation" verdient als einziges Unternehmen im Musikbusiness noch gutes Geld. Wie? Acht Fakten über das wichtigste Unternehmen im Musikmarkt
christina-waechter

1. Die erste Künstlerin mit einem sogenannten 360-Vertrag mit "Live Nation" war Madonna, die den Deal im Oktober 2007 unterschrieb. Das Ankommen garantiert dem Unternehmen nach Vorauszahlung einer beachtlichen Summe Anteile an allen zukünftigen Einnahmen aus Musikgeschäften, inklusive der Rechte an Alben, Tournee-Einnahmen, Merchandising, Fanclubs, Websites, DVDs, Fernseh- und Filmprojekten sowie Sponsorship. 2. Mittlerweile hat Live Nation mit drei weiteren Künstlern solche Verträge geschlossen: U2, Shakira und zuletzt auch noch Nickelback zählen nun zu den Partnern. 3. Der Sinn solcher 360-Deals ergibt sich aus dem allgemeinen Verfall des Musikbusiness im Internet-Zeitalter: Geld lässt sich momentan kaum mehr mit Plattenverkäufen verdienen, auf der anderen Seite gehen die Besucherzahlen bei Konzerten und die Einnahmen beim Merchandising nach oben. Wer also sämtliche vermarktbaren Aspekte eines Künstlers in der Hand hat, kann immer noch eine Menge Geld verdienen.

Auszug aus der Pressemitteilung, mit der Live Nation verkündet, dass nun auch Nickelback unter Vertrag sei. Sind 360-Deals die Zukunft der Branche? 4.Um die Cash-Kuh, die der Konzertbesucher für Veranstalter darstellt, noch ein bisschen besser melken zu können, kam Live Nation mit dem Verfahren namens „Instant Live“ auf den Markt, einer Idee, die auch patentiert werden sollte: Während des Konzerts wird am Mischpult die Musik aufgenommen und simultan in Form mehrerer Tracks auf CD gepresst. Am Ende des Abends können die Besucher sich die Scheibe als Andenken kaufen. So will Live Nation nicht nur noch ein bisschen mehr Geld verdienen, sondern auch den illegal aufnehmenden aber weitgehend geduldeten Bootleggern die Kundschaft nehmen. Auch wenn es mit der Patentierung nichts wurde: die Instant Live-CDs gibt es immer noch. 5.Live Nation konzentriert sich übrigens nicht nur auf Musik, sondern produziert und vermarktet auch Sport-Events, wie die größte Monster Truck Show Amerikas, Tennis-Wettbewerbe und Golf-Turniere. 6. Die Tochterfirma „SFX Entertainment“ produziert unter anderem auch die renommierten „Super Bowl“ Halbzeit-Shows, die spätestens seit 2004 mit Janet Jacksons Nipple-Gate (beziehungsweise „wardrobe malfunction“) auch bei uns bekannt sind. 7. Live Nation ist ein Tochter-Unternehmen der Firma „Clear Channel“, der die meisten Radiostationen in Amerika gehören. Das Unternehmen wurde 1972 gegründet und konnte dank der Liberalisierung der Sende-Rechte in den 90er Jahren auf mehr als 1.200 Radiostationen wachsen. Neben Radiostationen gehören „CC“ auch noch die beiden größten Außenwerbungs-Unternehmen des Landes. 8. In Europa besitzt "Clear Channel" Rad-Miet-Unternehmen - in Frankreich, Spanien, Norwegen und Schweden.

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