Die inhaltliche Substanz von Wikipedia wird immer wieder kritisiert, manches Detail in den Einträgen erweist sich als falsch. Aber: Das ist eher die Ausnahme und alles andere als die Regel, schreibt Nature, eine der renommiertesten Wissenschaftszeitschriften. Nature schickte 50 Beiträge aus Wikipedia und die Entsprechungen aus der Encyclopaedia Britannica zur eingehenden Prüfung an erfahrene Wissenschaftler, sogenannte Reviewer. Ergebnis: In Sachen Genauigkeit liegen die Sammelwerke nah beisammen. Im Schnitt enthielt ein Artikel in Wikipedia vier Ungenauigkeiten, in der Britannica waren es drei. Wikipediagründer Jimmy Wales will jetzt die Wurzeln seines Lexikonbaums stärken, sein Projekt soll mindestens so zuverlässig wie die Encyclopaedia Britannica werden. Der Ansatz ist simpel: Wissenschaftler sollen Beiträge nicht checken sondern gleich selbst schreiben. Zum ersten Mal überhaupt öffnet deshalb am 16. Juni 2006 die Wikipedia-Academy für zwei Tage ihre Türen. Ort: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Dozenten und Studenten aller Fachrichtungen bekommen dort eine „praxisorientierte Einführung in die Wikipedia-Arbeitstechniken“, ein Mitarbeiter der Zentral- und Landesbibliothek Berlin spricht über die Qualitätssicherung und in der Themenzeile der Podiumsdiskussion steht „Wikipedia auf dem Prüfstand: Was muss sich ändern, um die Mitarbeit für Experten attraktiver zu gestalten?“ Studenten und Dozenten, die dies und noch viel mehr wissen, können sich anmelden unter wikipedia-academy.de und lernen dann in Göttingen Herrn Wales persönlich kennen. Der spricht am Abend des ersten Tages in einem einstigen Hort der Unfehlbarkeit, in der Göttinger Paulinerkirche.