Wir waren mal Stars

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Vince Neil (Gesang), Tommy Lee (Schlagzeug), Mick Mars (Gitarre) und Nikki Sixx (Bass) sind seit einem Vierteljahrhundert zusammen und abgesehen von einigen Differenzen haben sie in diesen 25 Jahren das gemacht, was sie am besten können: Radau. Kaum eine Band hat mehr Alkohol, mehr Drogen und mehr Playmates verschlissen: Neil verursachte im Rausch einen Autounfall, bei dem ein Freund ums Leben kam, Sixx erlitt bei einer wüsten Party mit Guns’n’Roses nach einer Überdosis Heroin einen Herzstillstand und konnte mit einer Adrenalinspritze ins Herz wieder zum Leben erweckt werden. Und Tommy Lee ist hauptsächlich für seine zwei Ehen mit Pamela Anderson und ein Privat-Video pikanten Inhalts berühmt.

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Illustration: Julia Schubert

Comeback per Erpressung Ihren musikalischen Höhepunkt hatte die Band 1989 mit dem Album „Dr. Feelgood“, das als erstes Hard-Rock-Album auf Platz eins der US-Charts einstieg und weitere 109 Wochen darin verblieb. Der Name der Band entstand angeblich aus dem Begriff „Motley Crew“ (bunter Haufen) und ein paar Umlauten, die sie von ihrer Lieblingsbiermarke Löwenbräu inspiriert, wahllos auf die Vokale setzten. Vor allem die Texte ihrer frühen Songs strotzden nur so vor Frauenfeindlichkeit und viele halten sie für die überschätzteste Band der Welt. Zugute halten kann man ihnen hingegen, dass sie als Vorreiter andere L.A.-Bands wie Guns’n’Roses auf den Weg brachten. In den Neunziger Jahren folgte eine eher unergiebige Phase, in der zunächst Vince Neil rausgeworfen wurde, weil er sich angeblich zu sehr für Autorennen und zu wenig für die Musik interessierte und einige der Bandmitglieder (wie sie später in der Biographie „The Dirt“ berichten) sehr überrascht davon waren, wie es sich anfühlt, nüchtern eine Frau anzusprechen. 1999 verließ Tommy Lee die Band, um sich um eigene Projekte zu kümmern. 2004 wurden sie von einem englischen Fan (und Musik-Promoter) Mags Revell quasi gezwungen, wieder gemeinsam aufzutreten. Dieser hatte im Internet eine Petition gestartet und gleich einen riesigen Konzertsaal angemietet. Hätte die Band nicht eingewilligt, in Originalbesetzung aufzutreten, wäre er ruiniert gewesen. Mittlerweile sind die Herren zumindest auf dem Papier erwachsen und lassen sich heute für ihr Lebenswerk ehren. Ihr Stern ist die Nummer 2301 auf dem Hollywood Walk of Fame.

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Illustration: Julia Schubert

Zwei von Millionen von Sternen Wenn du der Meinung bist, andere Künstler hätten so einen Stern viel eher verdient, kannst du sie hier nominieren. Dein Star muss in eine der Kategorien passen, für die Sterne verliehen werden: Radio, TV, Film, Musik oder Leistungen im Theater. Das „Walk of Fame“-Komitee trifft sich einmal im Jahr und sucht aus den durchschnittlich 200 Bewerbungen rund 20 Stars aus, die sie für würdig halten. Wichtig: Du musst sicher gehen, dass du 15 000 Dollar übrig hast – so viel kostet die Herstellung und Verleihungszeremonie eines Sterns auf dem Hollywood Boulevard. (Fotos: www.motley.com, Virgin EMI)

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