Yo-Bama: Der US-Hiphop feiert den neuen Präsidenten

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Wohl noch nie hat die amerikaniche Hiphop-Community einen Präsidentschaftskandidaten so sehr unterstützt und wohl nie war die Freude über ein Wahlergebnis so groß. Hier gratuliert Common auf einer Wahlparty im Hardrock Café in Chicago:

Will.i.am ist so glücklich über das Wahlergebnis, dass er Obama ein weiteres Mal mit einem Song feiern möchte. Noch am Wahlabend rief er Prominente auf, ihm Videokommentare zum Sieg Obamas zuzuschicken. Der Song wird „It’s a new day“ heißen und wie bei „Yes We Can“ sollen viele bekannte Gesichter aus Hollywood und aus dem Musikbusiness im Video auftreten. „Dieses Lied ist von Amerika inspiriert. Es geht um Obamas Sieg und ist ein Dank an alle, die daran beteiligt waren, dass das passieren konnte. Es ist ein Dank an das amerikanische Volk.“ Das Video wird bald auf dipdive.com zu sehen sein. Dabei waren im Vorfeld nicht alle gut gemeinten Beiträge aus der Hiphop-Welt unbedingt hilfreich. Man erinnere sich an Ludacris, der in seinem Song „Politics as usual“ nicht nur für Obama warb, sondern auch Hillary Clinton als „bitch“ und John McCain als behindert beschimpfte, was Obama zu einer Stellungnahme zwang. Oder Snoop Dogg, der im April in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian behauptete, Obama werde finanziell vom Ku Klux Klan unterstützt. Egal, geschadet hat es ja nicht. Obama erzielte in der Altersgruppe der 18-35-jährigen Wähler, also der Altersgruppe der meisten Hiphop-Fans, die besten Wahlergebnisse. „Es waren die jungen Leute, vor allem die HipHop-Community, die Kraft und Vertrauen gespendet haben - jetzt wird ihr Traum Wirklichkeit!“ sagte Russel Simmons. Wie Will.i.am kommentiert auch Jay-Z die Wahl musikalisch. Sein neuer Obama-Tribute-Song „History“ wurde wenige Stunden nach Wahlausgang im US-Radio ausgestrahlt.

Was das politische Tagesgeschäft angeht, liegt der Hiphop-Community ein Wunsch besonders auf dem Herzen. Obama soll sich in der „sagging“-Sache einschalten. Mitte August wurde in Florida ein Gesetz verabschiedet, das tief in den Kniekehlen hängende Baggyhosen vom Straßenbild entfernen soll. Seitdem wurden in Florida 17 Hiphopper wegen Ordnungswidrigkeit verhaftet. In einem Interview mit MTV hat Obama das Anti-Baggyhosen-Gesetz bereits scharf kritisiert. „Anstatt Leute zu verhaften, weil ihre Hosen zu tief sitzen, sollte man sich lieber auf die Lösung dringenderer Probleme wie Arbeitslosigkeit, der Verbesserung des Schul- und Gesundheitssystems oder dem Irak-Krieg konzentrieren.“ Allerdings meint er auch, dass die „Brüder“ ihre Hosen schon mal hochziehen könnten. Es sei Müttern und Großmüttern gegenüber nicht sehr respektvoll, dass sie ständig dem Anblick der Boxershorts ihrer Jungs ausgesetzt sind. Präsident Obama: „Wisst ihr, manche Leute möchten nicht unbedingt eure Unterwäsche sehen. Ich auch nicht.“ PS: Natürlich gratuliert nicht nur der Hiphop. Thom Yorke bedankt sich bei Obama mit einem neuen Remix von "Harrowdown Hill".

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