In Australien müssen Work-and-Travel-Reisende bald Steuern zahlen

Die australische Regierung beschloss am Dienstag einen Steuersatz von 19 Prozent.
Foto: misterQM / photocase.de

Nach dem Abitur ans andere Ende der Welt fahren, gratis unterkommen, Geld verdienen, weiterreisen – für Viele ist ein Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien ein fast schon obligatorischer Eintrag im Lebenslauf.

Allein im Haushaltsjahr 2014/15 holten sich laut der australischen Einwanderungsbehörde 25.000 Deutsche ein Work-and-Travel-Visum. Das könnte sich nun ändern: Am Dienstag beschloss das australische Kabinett eine "Backpacker-Steuer" von 19 Prozent. Von einem Stundenlohn von etwa 17 australischen Dollar blieben also in Zukunft noch 13,70 AUD (etwa 9,40 Euro) übrig – für einen Backpacker, der jeden Cent umdrehen muss, fällt das schon ins Gewicht.

Diese Pläne nehmen dem Prinzip Work & Travel natürlich viel von seiner Lässigkeit. Kleiner Trost: Die Kosten für das Visum selbst sinken um 50 Dollar. Außerdem ließ sich die Regierung nach lauter Kritik von Landwirtschaftsverbänden von einem ursprünglich geplanten Steuersatz von 32,5 Prozent abbringen. Die Landwirte fürchteten um ihre Arbeitskräfte, 40.000 davon seien laut jährlicher Statistik Backpacker, sagte Jordan Brooke-Barnett, Sprecher des Verbandes für Gemüse-und Kartoffelbauern. Die Backpacker seien demnach sowieso bereits durch schlechte Bezahlung und lange Arbeitsstunden gestraft, hier wünsche man sich viel eher ein Eingreifen des Staates.

 

Finanzminister Scott Morrison zeigte zwar Verständnis für die Sorgen der Landwirte, trotzdem sollten seiner Meinung nach "arbeitende Urlauber auch faire Steuern auf ihr Einkommen zahlen." Bisher müssen Backpacker erst ab einem Einkommen über 18.200 australische Dollar Steuern abgeben, künftig schon ab dem ersten Dollar. Wer also einen Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien plant und sich dabei keinen Kopf um Steuern machen will, sollte sich beeilen: Am 1. Januar 2017 tritt das neue Gesetz in Kraft.

 

qli

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