Schwanger!-Kolumne: Endspurt

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So. Endspurt. Der letzte Monat. Im September wird es passieren. Ich bin sehr aufgeregt! Und ein klitzekleines bisschen traurig, schon jetzt. Ich war, ach nein, ich bin ja noch, sehr, sehr gerne schwanger. Ein gutes, gelassenes, richtiges, erhabenes Gefühl.

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Illustration: Julia Schubert

Schon jetzt ahne ich drum, dass ich später, wieder ohne Bauch, auch immer ein bisschen wehmütig sein werde, wenn ich Schwangeren begegne. Das gleiche Gefühl, wie wenn man 30 ist und 17Jährige beim Flirten im Freibad beobachtet. Das „Ach-mei“ (geseufzt)-Gefühl. Ich weiß es, weil ich in den letzten Monaten ganz oft Frauen mit Kindern sah, die vor mir „Ach-mei“ machten, während es in ihren Augen glitzerte. Und dann erklärten sie, weshalb es beim ersten Kind was ganz ganz besonderes ist, sie so gerne daran zurück denken und ich es unbedingt genießen soll. Komisch, die Zeit. Von außen betrachtet kommt einem so eine Schwangerschaft ja immer rasend schnell vor. Die Kollegin, die alles gerade erst verkündet hat und dann schon direkt in den Mutterschutz geht. Die Nachbarin, die soeben noch einen Minibauch hatte und jetzt bereits einen Minischratz auf dem Arm hält. Die Promis aus der Gala mit ihren Bäuchen, die schon drei Hefte später pinke Bogaboo-Kinderwägen durch LA schieben. Wobei, das mit den Promis stimmt nicht ganz. Meine Parallelpromis kann ich eigentlich alle und wahrscheinlich ein Leben lang aufzählen. Gleichzeitig mit mir schwanger waren bzw. sind zum Beispiel: Heike Makatsch, Franziska von Almsick, Sandra Maischberger, Mel B., diverse dicke Königinnen aus Spanien und Holland, Eva Herzigova, Salma Hayek, Naomi Watts, Esther Schweins, Arabella Kiesbauer, Julia Roberts, Lindsay Davenport, Spice Girl Emma, Milla Jovovic, Nicole Richi, Christina Aguilera, Christiane Paul, Michelle und Halle Berry. Irgendjemand wichtigen vergessen? Hayke, Almsick und Maischberger sind am dicksten geworden. Naomi Watts sah am bezauberndsten aus. Selbst Nicole Richie legt extrem vorteilhaft langsam zu. Ich sehe es übrigens als sehr hilfreich an, die Gala-Skills schon vor der Stilldemenz auf Vordermann zu bringen. Jedenfalls kamen mir die neun, eigentlich zehn Monate, bei mir selbst wirklich ganz schön lang vor. Fast ein Jahr. Drei Jahreszeiten. Und der Anfang, dieses unreale, nervöse Gefühl, dass da jetzt irgendwas passiert, von dem man noch überhaupt nichts sieht, ist wirklich ewig entfernt. Zeit ist eine komische Sache. Bald ist es vorbei. Schön ist, dass ich meinen Körper zurückbekomme. Dass ich wieder Basketball spielen gehen darf. Dass ich wieder normale Sachen einkaufen kann. Und die Füße nicht mehr so weh tun von all den Kilos. Schön ist, dass ich mal wieder eine rauchen und einen saufen darf. Und dass ich irgendwann dann, in ein paar Jahren, einfach wieder schwanger werden kann.

Text: linda-ende - Illu: Katharina Bitzl

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