Schwanger!-Kolumne: Tolle Vorschläge und alle Namen offen

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Also, meine Lieben. Zurück zur Namensfrage. Wow, was für ne Liste, vielen vielen Dank! Mein kleiner Zettel in der Küche hat ausgedient, die neue Liste besteht aus praktischen Gründen aus Klopapier und ich kann damit mittlerweile einen Weg von der Küche ins Bad in den Keller und wieder hoch zurück ins Schlafzimmer auslegen. So viele tolle Namen! Am besten haben mir „Mushummel“, „Haschkeks“, „Frzzl“, „Tastentiger“, „London-Lover“ und „Concarne“ gefallen. Alles prima Namen mit Charakter, individuell, bedeutungsvoll, stilsicher. „Concarne Ende! Miracoli ist fertig!“ will ich in naher Zukunft aus dem Fenster schreien. „Tastentiger – Klavierüben!“ ins Kinderzimmer. „Haschkeks – wem gehören die Zigaretten in Deiner Jackentasche?!“ in das Gesicht eines schläfrigen 14-Jährigen. Toll. Wir kommen der Sache langsam näher.

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Illustration: Julia Schubert

Tatsächlich demokratisch, im Ernst, und im Sinn der Sache betrachtet ergab die Auswertung der Vorschlagsliste rein mengenmäßig allerdings folgende Favoriten: Insgesamt sechs Mal wurden je „Malte“, „Max (jr.)“ und „Ben/Benjamin“ vorgeschlagen. Fünf Nennungen hatten „Peter“ und „Nik, Nico, Niklas/Nikolas“ und je vier Mal kamen „Jonathan“, „Philipp“ und „Jan“ vor. Nun ist die Meinung der größten Masse gerade im Internet äußerst umstritten, aber „Ben“ und „Jan“ find ich auch super. „Jan“ mag ich schon immer, bei „Ben“ hat mich vor allem janes Argumentation überzeugt: "Ben! Raeum Dein Zimmer auf!" "Ben geh sofort Bier kaufen fuer die Mama!" "Wo ist eigentlich Ben, der putzt doch sonst immer die Wohnung fuer mich." "Ben hat heute schon wieder eine 1 geschrieben." "Ich will ja nicht kokett klingen, aber Ben ist jetzt Raumfahrer bei der Nasa." "Und hiermit verleihen wir Herrn Ben Ende (klingt zusammen franzoesisch gesprochen wie ein Knaller! Ben muss nach Frankreich) die Auszeichnung zum Piloten des Jahres, was vor allem auch durch den schoenen Vornamen zustande kam. Ein besonderer Dank damit an seine Namensgeberin, seine liebe Mutter." Von den Namen, die nur ein oder zwei Mal vorgeschlagen wurden, mochte ich Marek (aber da gibt es das Problem mit Marek Mintal, extrem unanschauliches Exemplar Mensch ...), August (Kaiserzeit und Mittelalter sind ja vorbei), Merlin (nie schlecht, einen Zauberer in der Familie zu haben), Laurin (Kind wird groß, weil Vater groß und Kloß im Bauch jetzt schon riesig, also keine Zwergenhänselgefahr) und Henrik (einfach nur so, weil’s schön klingt) am liebsten. Alle ab auf die Endliste. Gefreut habe ich mich außerdem über „Truman Burbank“, „Atomfried“, „Elvis Agamemnon“, „Brot“ und „Hans-Prada“. Aber dann dachte ich daran, was micheline schreibt, nämlich dass man zum Spielplatztest auch noch den Schwimmbadtest machen sollte. Naja und „Hans-Prada, zieh Deine Badehose hoch“ mit Dreifach-Echo in einer gekachelten Halle ist fast so peinlich, wie laut im Becken pupsen. Fazit also: Noch immer keine Entscheidung in Sicht. Aber so was wie die Ahnung einer Lösung. Überhaupt: Vielleicht sollte man sich einfach nicht so viele Gedanken darüber machen. Vielleicht kommt ja der Name ganz von selbst. Zum Beispiel durch Wut. Ganz am Ende, als ich die Kommentarliste wieder und wieder durchgeklickt hatte und dabei wieder und wieder und immer wieder diesen weinroten Werbebanner wegklicken musste, der mich innerlich zur Weißglut brachte, dachte ich mir zum Beispiel irgendwann: Ach scheiß doch drauf, dann nenn' ich das Kind halt „Cartier“! P.S. Seit Wochen verspricht mir Max, auch mal eine Kolumne an dieser Stelle zu schreiben. So aus seiner Sicht und so. Seit Wochen sagt er die Sache dann einen Tag vor Abgabe wieder ab, weil er irgendwas angeblich wichtigeres zu tun hat. Mit diesem P.S. machen wir ihm jetzt gemeinsam Druck. Seine Kolumne in der nächsten Woche sei hiermit offiziell angekündigt.

Text: linda-ende - Illu: Dirk Schimdt

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