Der Klavierspieler

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Foto: Concorde Der Film: Der wilde Schlag meines Herzens Das lernen wir: Es ist besser, sich in Menschen zu verlieben als in Instrumente Es wird viel kaputt geschlagen in „Der wilde Schlag meines Herzens“: Gesichter, Gläser, Dielenböden, Fenster - aber kein Klavier. Die Hände von Tom (Romain Duris) mögen blutverkrustet sein vom Pariser Immobiliengeschäft; aber wenn sie mit weißen Tasten in Berührung kommen, wird Toms vom gewalttätigen Alltag abgestumpfte Seele ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. Das Klavier verkörpert ein Stück Familiengeschichte, Toms verstorbene Mutter war Pianistin, aber schwer gepeinigt von ihrem Beruf. Dieses düstere Kapitel hat Tom und seinen Vater Robert entzweit, der auch im Immobiliengeschäft tätig ist. Regisseur Jaques Audiard zeichnet die Lebenswelt seiner Figuren als emotional kaltes Terrain, in dem Zweckbündnisse regieren, Freundschaft ausgenützt wird, und alles Zwischenmenschliche von einer verstörenden Distanz und Aggression bestimmt ist: Um unliebsame Mieter zu vertreiben, setzen Tom und seine Kollegen Fabrice und Sami heimlich Ratten aus, oder ein paar Schläger räumen mit Baseballschlägern in der Wohnung auf, bis man nirgendwo mehr liegen oder sitzen kann. Fabrice, der seine Frau Aline betrügt, nützt Tom als Alibi aus. Das Innere der Figuren bleibt in diesem Film konsequent verschlossen. Nur beim Zusammensein von Tom und Aline ist ein warmes Lächeln zu sehen, was dem Film einen Anflug von Hoffnung verleiht, auf Liebe, auf einen Ausweg. Die Flucht aus Toms altem Leben gestaltet sich schwierig, an- und abschwellende Klavierklänge verdeutlichen den Rhythmus seines Kampfs mit sich selbst. Geschickt bezieht Jaques Audiard den virtuosen Charakter des Klaviers auf die emotionale Abgestumpftheit. Bald wird klar, dass auch die eine zwischenmenschliche Liebe, die zwischen Aline und Tom, gescheitert ist. Toms einzige Liebe gilt jetzt dem Klavier. Er äußert sie, indem er flucht und schreit und seine Finger durch die Luft tanzen lässt, wann immer es geht. Sein Immobiliengeschäft vernachlässigt er, und nimmt stattdessen Unterricht bei Miao Lin, einer braven, filigranen Chinesin, die kein Wort Französisch spricht. Spätestens aber, als in der Nacht vor seinem Vorspielen wieder Baseballschläger gegen Hausbesetzer eingesetzt werden, droht Toms Traum vom Pianistendasein zu Bruch zu gehen.

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