Die Langeweile des Tom Cruise

Regisseur Spielberg mit Dakota Fanning und Tom Cruise in der Kellerkulisse, Foto: www.
lisa-goldmann
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Illustration: Julia Schubert

Regisseur Spielberg mit Dakota Fanning und Tom Cruise in der Kellerkulisse, Foto: www.waroftheworlds.com Der Film: „Krieg der Welten“ Das lernen wir: Schauspieler sein ist manchmal schrecklich langweilig Natürlich ist es keine schlechte Idee, eine Alien-Invasion aus Sicht des einfachen Mannes zu erzählen. Ohne die Militärelite, ohne Wissenschaftler mit zerzaustem Haar, die an bunten Computermodellen die bevorstehende Auslöschung der Erde simulieren und ohne einen Präsidenten, der sich kurz bevor das Weiße Haus dematerialisiert wird, mit seiner Air Force One in Sicherheit bringt. Dieses Konzept hält „Krieg der Welten“ konsequent durch, nie verlässt der Zuschauer die Perspektive von Ray Ferrier (Tom Cruise) und seinen Kindern. Aber wie bei allen Katastrophenfilmen gilt auch hier die Regel: die ersten 30 Minuten sind die interessantesten. Nicht nur für die Zuschauer, auch für die Schauspieler. Die dürfen in der ersten Hälfte des Films noch interagieren, dürfen einen Vater-Kind-Konflikt ausleben, auf erste ungewöhnliche Erscheinungen reagieren und langsam die immer berechtigter erscheinende Panik entwickeln. Dann aber besteht die Arbeit der Schauspieler darin, in Menschenmassen mitzulaufen und sich in einem heruntergekommenen Keller ein Versteckspiel mit Aliens zu liefern, die erst im Nachhinein mit dem Computer in die Szenerie eingefügt wurden. Das mag für den Zuschauer spannend, wenn auch nicht überraschend sein – für die Schauspieler ist es vermutlich nur langweilige Routine. Man kann sich ihre triste Situation, als sie tagelang in langweiliger Kulisse hinter Bretterwänden lauern mussten, gut vorstellen. Irgendwann dürfen sie aber natürlich wieder raus aus dem Keller und am Ende können sie sogar noch kurz ihr Schauspielrepertoire zu den Emotionen „Freude und Erleichterung“ abspielen. Der Film „Krieg der Welten“ läuft seit Donnerstag im Kino.

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