Ferrarirot verblasst im Kiesstaub

Foto: AFP Event: Formel 1: Große Preis von China Was lernen wir: Alles hat ein Ende, nur die Wurst.
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Illustration: Julia Schubert

Foto: AFP Event: Formel 1: Große Preis von China Was lernen wir: Alles hat ein Ende, nur die Wurst... Das letzte Formel 1 Rennen in China: Unsereins, Bewohner einer anderen Zeitzone, musste schon bevor der Hahn überhaupt daran denkt zu krähen aufstehen, um das Spektakel live zu verfolgen. Doch es hat sich gelohnt, denn ein so actionreiches Rennen bekam man bisher selten zu sehen. Ausfälle, Unfälle und Safety-Car Phasen wechselten sich quasi im Minutentakt ab. Aber genug mit der allgemeinen Rennbilanz. Schließlich interessiert uns doch nur eines: Wie ging’s Michael Schumacher. Kennen wir ihn doch aus der letzten Saison noch als den die Siegesfaust schwingenden Ferrariroten Baron. Diese Saison sah man ihn allerdings immer öfter als traurigen Verlierer. Aber wenigstens ein würdiges Saisonsende dürfte ihm wohl vergönnt sein - doch nichts da! Schon in der Aufwärmphase passierte der erste Patzer. Schumacher zog plötzlich nach links, schwubs, da krachte schon der Minardi von Albers ins Heck des Ferrari. "Ich wollte meine Reifen anwärmen, plötzlich hat es einen Schlag getan, und da kam jemand angeflogen", sagte Schumacher und meinte zerknirscht: "Ich gehe davon aus, dass ich eine Mitschuld hatte." Dann hieß es ab in den Ersatzwagen und von der Box aus starten. Voller Tatendrang, und beglückt durch eine Safety-Car Phase, kämpfte er sich tapfer auf Platz zehn vor. Das nächste Missgeschick, das auch gleichzeitig das Ende bedeutete, ließ nicht lang auf sich warten. Bei äußerst langsamen Tempo verbremste sich Schumi und landete nach einem – zugegeben sehr eleganten – „threesixty“, einmal im Kreis um die eigene Achse, im Kies. Wieder durfte er aussteigen und zu Fuß gehen. „Wahrscheinlich wäre ich sowieso nicht ins Ziel gekommen.“ Das aus dem Munde des einstmals besten Piloten der Welt. Das war eindeutig nicht die Saison des Michael Schumacher. Doch jetzt mal ganz ehrlich, hat das nicht (endlich) kommen müssen. Man soll aufhören, wenn’s am Schönsten ist! Diesen Rat hat Schumi letztes Jahr nicht befolgt. Er hätte sich als großer Sportler verabschieden können, aber er musste ja mit prahlenden Worten weitermachen. Nun ist ihm sein Übermut zum Verhängnis geworden und er ist vom obersten Siegertreppchen gefallen und ziemlich hart gelandet, in der Realität. Und die schaut so aus, dass er nicht mehr der Beste ist. Wie er nun weitermacht und ob er nächste Saison wieder versucht nach dem Siegesstern zu greifen, das sind Fragen, die nur er selbst beantworten kann. Ferrari steht jedenfalls hinter ihm. Er sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass man noch tiefer fallen kann.

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