In New York steht eine Wichs-Box

Für gestresste Büromenschen mit Überdruck.

Gehetzte Manager wie die vor der New Yorker Wall Street können sich jetzt öffentlich erleichtern.

Spencer Platt/AFP

New York hat ein Problem. Weniger. Oder so. Denn: Der Londoner Sex-Toy-Produzent Hot Octopuss hat sich den Leiden der gestressten, männlichen New Yorker Arbeitnehmer angenommen und sogenannte GuyFi Boxen aufgestellt. Was man in denen tut? Naja, Druck ablassen eben. Stress abbauen. Mit anderen Worten: masturbieren.

Einer Umfrage des Time Out Magazins zufolge verschwinden 39 Prozent der Befragten des Öfteren während der Arbeit, um sich selbst zu befriedigen und dadurch gelassener hinter den Schreibtisch zurück schlendern zu können. Hot Octopuss hat sich diesem bestürzenden Ergebnis angenommen und geschworen, bessere Alternativen zu schaffen. Der Hersteller von Sexspielzeug will gestressten Angestellten einen Rückzugsort anbieten, fernab des eigenen Büros. Denn, so der Mitbegründer Adam Lewis, es sei wichtig, Pausen außerhalb des Arbeitsorts zu machen. Weil gesund und kreativitätsfördernd. Dafür hat sich Lewis die GuyFi Box einfallen lassen, die erste davon ist derzeit an der Ecke 28. Straße 5th Avenue zu bewundern. Oder zu gebrauchen. Wenn man sich traut.

Man stelle sich vor: Man läuft eine Straße in Manhattan entlang, an Cafés, Staus und Prada-Schaufenstern vorbei und plötzlich – ein leises, aber nichtsdestoweniger penetrantes Gestöhne, das, gedämpft von einem schwarzen Vorhang, aus einer rechteckigen, alten Telefonbox ins Ohr des unschuldigen Flanierers dringt. Denn nur das trennt einen vom Rest der Menschheit und ihren Smartphones, wenn man in der Wichs-Box verschwindet: ein dünner, leicht von kindisch-kichernden Jugendlichen zu lüftender Vorhang. Was sonst noch in der Box ist: ein Klappstuhl und ein Laptop, also alles, was Mann für Spiel-und-Spaß in der Mittagspause braucht.

„Wir alle suchen neue Lösungen um den Alltag eines jeden Menschen zu verbessern und wir haben das Gefühl, dass wir das mit der GuyFi Box getan haben“, teilt Adam Lewis auf der Website von Hot Octopussy mit. „Wir hoffen, die männlichen Mitbürger nutzen den Raum, den wir geschaffen haben, um zu tun, was immer sie wollen.“ Die Benutzung der Boxen ist übrigens kostenlos. Auf die Warteschlange davor muss man aber wohl trotzdem noch ein wenig (mit gezückten Smartphones) warten.

Melanie Wolfmeier

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