Der Sport-BH

Der weibliche Körper ist mit allerlei Features ausgestattet, die bei der geschlechtlichen Gegenseite Euphorie auslösen.
michele-loetzner

Der weibliche Körper ist mit allerlei Features ausgestattet, die bei der geschlechtlichen Gegenseite Euphorie auslösen. Aber wie das meistens so ist: Schöne Dinge sind immens unpraktisch und was den weiblichen Körper betrifft, rangiert das Unpraktischsein auf dem Niveau dieser komischen Krakensaftpresse eines italienischen Herstellers. Wer damit schon mal versucht hat Orangensaft zu machen, weiß um die nachfolgende Riesensauerei bescheid. Mit das unpraktischste Extra am weiblichen Körper sind Brüste, und dabei vor allem große Brüste. Gedacht sind sie als Milchbehälter, die man nicht zu Hause vergessen kann. Aber auch wenn man Milchflaschen nicht in die Wickeltasche einpacken muss, hat man noch genug zu tragen. Rückenschmerzen oder fiese Druckstellen von BH-Bügeln gehören genauso zum Frausein wie Striemen von einschneidenden Trägern. Der britische Büstenhalterhersteller Shock-Absorber wollte uns deshalb etwas Gutes tun und hat einen Hightech-Sport-BH entwickelt. Damit wir auch genau wissen, was der tolle BH alles kann, hat sich ein findiger Programmierer eine Flashanimation ausgedacht, die uns klar machen soll, was unsere armen Brüste alles so aushalten müssen. Zuerst wird uns anhand mehrerer Prozentzahlen erklärt, warum die Schwerkraft irgendwann gewinnt. Mittels eines Auswahlmenüs kann man dann auf der Internetseite die Größe der Körbchen von A bis Doppel-F und den Grad der Sportaktivität von Yoga bis Joggen festlegen. Dann errechnet die Software den, aufgepasst jetzt kommt’s, „Bounce-Faktor“. Der, noch schöneres Wort, Bounce-O-Meter, zeigt uns danach in dreifacher Ausführung was zum Beispiel passiert, wenn man mit Doppel-D zum Ausdauerlaufen geht. Da fliegen einem die Flash-Glocken so um die Ohren, dass man ganz gebannt darauf wartet, dass sie gleich abreißen. Auf den drei Bildchen sieht man in moving-action einmal nackte Brüste schwingen, einmal im herkömmlichen Sport-BH und zuletzt kaum bewegend im Shock-Absorber. Wer dann immer noch keine klare Vorstellung hat, kann sogar den Blickwinkel von der Frontal- zur Seitenansicht ändern.

Screenshot: www.shockabsorber.co.uk Probiert man alle Busengrößen kombiniert mit den verschiedenen Aktivitäten aus, kann man gut und gerne eine halbe Stunde verplempern, nur stellen sich irgendwann Phantomschmerzen an den eigenen Brüsten von so viel Bewegung der Masse ein. Der BH ist zur Zeit nur auf der Insel erhältlich, wer aber mal mächtig die Dolly Buster fliegen lassen will, kann das hier. Dem netten Programmierer danken wir recht herzlich für die gekonnte visuelle Darstellung eines der peinvollsten Momente des Frauseins und warten zu unserer eigenen Unterhaltung gebannt auf die hoffentlich bald folgende Animation des männlichen Helikopters.

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